KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

CineScience 18/19: Heimatdarstellungen im Film


CineScience-Fyler
© Titelbild von Ludwig Skell (1842-1905), via Wikimedia Commons

Die neue CineScience-Reihe beschäftigt sich ab Dezember 2018 mit dem Thema "Heimat" und dessen unterschiedlichen Darstellungen im Film. In vier einzelnen Abendveranstaltungen wird der Begriff anhand ausgewählter Filmausschnitte unter die Lupe genommen und von Wissenschaftler*innen mit eingeladenen Gästen und dem Publikum diskutiert. Thematisiert wird der Heimatbegriff im nationalen und globalen Kontext. Die gezeigten Filme bilden die Diversität und die Veränderungsprozesse des Genres ab, von den Ursprüngen in der Blütezeit des Stummfilms bis in die Gegenwart, vom deutschsprachigen Heimatfilm der 1950er Jahre bis zu globalen Varianten.

Zur Veranstaltungsreihe und den Terminen

Über CineScience:
In der Reihe CineScience diskutieren Forschende des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) seit 2011 soziale Phänomene anhand von Filmausschnitten jeden Genres und werfen einen wissenschaftlichen Blick auf die filmische Darstellung alltäglicher und weniger alltäglicher Aspekte menschlichen Zusammenlebens. Eine Veranstaltungsreihe des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in Kooperation mit dem Filmstudio Glückauf. Die Reihe wird vom Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und der Stiftung für Kulturwissenschaften gefördert.
Dennis Arnold, 28.11.18
 

“Boring Angel: Langeweile und Ambient” – Vortrag von Maren Haffke


Monotone Arbeiten langeweilen.
© www.ddr-fotos.de / Marco Bertram (Bild ddr_240)


Mit Musikhören verbinden wir intuitiv vieles: Gefühle, Erinnerungen, Stimmungen und mehr oder weniger aktives Zuhören. Was passiert aber, wenn Musik in den Hintergrund rückt, mit der Umwelt verschwimmt und HörerInnen nur noch am Rande streift? Und wie wird dies in einem weiteren Schritt von zeitgenössischer Musik als ästhetisches Mittel aufgegriffen, um Fragen nach veränderten Hör- und Konsumgewohnheiten zu stellen? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich Maren Haffke, Medien- und Musikwissenschaftlerin an der Ruhr Uni Bochum, im Rahmen der KWI-Vortragsreihe „Kleine Gefühle“.
Anhand des Videos zu ‚Boring Angel’ von Daniel Lopatin illustrierte sie zunächst, wie die Kombination von sich wiederholenden musikalischen Loops mit bildhaften Emojis, oder auch Chatsymbolen, eine eigene musikalische Syntax von Überlagerung und Redundanz herausbildet. Ambient-Musik, die auch als ‚umweltliche Musik’ bezeichnet wird, hat Phänomene wie Fahrstuhl- oder Kaufhausmusik hervorgebracht. Da die Musik hierbei zunächst im Hintergrund operiert, aber auch bewusst Stimmungen steuert, resultiert daraus ein Paradox zwischen Wahrnehmen und Nicht-Wahrnehmen, Fokussieren und Weghören bei den ZuhörerInnen. Durch Platzierungen am Arbeitsplatz, aber auch in der Konsumwelt, wird Ambient als tonal monotone, repetitive Musikform als unaufdringlicher Hintergrund wahrgenommen und zugleich nicht wahrgenommen. Post-digitale Musikformen greifen diese Spannung auf, und thematisieren zunehmende Veränderungen bei Hörgewohnheiten, Aufmerksamkeitssteuerung, Konsumverhalten und Subjektivierung. Auf einer symbolischen Ebene thematisiert diese zudem den Umgang mit Zeit und Handeln im digitalen Zeitalter.
Ricarda Menn, 27.11.18
 
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