KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Donnerstag, 16. März - Freitag, 17. März
Kilian Baur, Sonja Dolinsek, Saskia Geisler, Claudia Hiepel, Jan Musekamp, Henning Türk u.a.
Grenzüberschreitende institutionalisierte Zusammenarbeit von der Antike bis in die Gegenwart. Strukturen und Prozesse
Ort: Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (Gartensaal) | Goethestraße 31 | 45128 Essen
Veranstalter: Die offene Gesellschaft

Wissenschaftliche Tagung des Arbeitskreises „Internationale Geschichte“ im Deutschen Historikerverband

Gemeinsam erreicht man mehr: Dass Organisationen oder Behörden global kooperieren, ist heute selbstverständlich. Doch schon in der Antike hat es grenzüberschreitende Zusammenarbeit gegeben. Wie diese sich im Laufe der Zeit wandelte und anpasste, diskutieren Historiker am 16./17. März auf einer Tagung am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Sie wird von den Universitäten Duisburg-Essen (UDE), Düsseldorf und Siegen organisiert.

Viele Probleme machen nicht vor Grenzen halt und lassen sich nicht von einem Land alleine lösen. Deshalb sind auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene viele internationale Institutionen entstanden – und das schon vor dem 19. Jahrhundert. So geht es bei der Tagung zwar um Zeitgeschichtliches, aber auch um das Mittelalter und die Antike. „Schon die Sportverbände in der Klassik oder die Hansekaufleute entwickelten Formen grenzüberschreitender Zusammenarbeit“, erklärt Historiker Dr. Henning Türk, der mit seiner Kollegin Dr. Claudia Hiepel die Tagung für die UDE ausrichtet. „Womöglich gibt es einen Vorläufer des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der internationalen griechischen Schuldenverwaltung im 19. Jahrhundert.“

Die Konferenz „Grenzüberschreitende institutionalisierte Zusammenarbeit von der Antike bis in die Gegenwart. Strukturen und Prozesse“ findet im Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen statt. Sie ist zugleich das Jahrestreffen der Arbeitsgruppe Internationale Geschichte im Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands.

Organisatoren & Veranstalter:

In Kooperation mit Friedrich Jaeger, KWI

Teilnahme & Anmeldung:
Teilnahme nach Anmeldung bis zum 28. Februar 2017 unter: bruch@phil.hhu.de


Programm: Donnerstag, 16. März 2017

13.30 Begrüßung und Einführung in die Tagung

14.15-15.30 Uhr Sektion I: Aufbau und Rückbau von Grenzen
Saskia Geisler (Ruhr-Universität Bochum), Finnische Bauprojekte in der Sowjetunion, der Spezialfall Kostamus und seine langfristigen Folgen

Claudia Hiepel (Universität Duisburg-Essen), Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa am Beispiel der Euregios im deutsch-niederländischen Grenzgebiet

Moderation: Dominik Geppert, Bonn


15.30-16.00 Kaffeepause


16.00-18.00 Uhr Sektion II: Institutionalisierung als Konfliktregulierung
Sebastian Scharff (Universität Mannheim), Die delphische Amphiktyonie als völkerrechtliche Innovation und institutionelles Experiment

Magda Schusterová (ELSI Universität Osnabrück), Der erste Versuch eines institutionalisierten Europas – ein etwas anderer Blick auf die Friedensliga des böhmischen Königs Georg von Podiebrad

Mechthild Herzog (Universität Luxemburg), Die informelle Entwicklung einer supranationalen Co-Legislative: Das selbstbewusste Agieren des Europäischen Parlaments 1952-1979

Henning Türk (ZZF Potsdam), Die Verhinderung zukünftiger Konflikte durch Institutionen – Die Gründung der Internationalen Energieagentur (IEA) 1974 im Kontext der ersten Ölkrise

Moderation: Christian Henrich-Franke, Siegen


Mitgliederversammlung der Arbeitsgruppe „Internationale Geschichte“


Programm Freitag, 17. März 2017

99.30-11.00 Uhr Sektion III: Infrastrukturen

Christian Henrich-Franke (Universität Siegen), Grenzüberschreitende institutionalisierte Zusammenarbeit und der Verlust der Grenze

Nicola Jahn (Universität Hamburg), Vertrauensbildung im Gründungsprozess einer Public-private-Partnership. Das Beispiel der Deutsch-Niederländischen Telegraphengesellschaft 1901-1905

Sabrina Kirschner (Universität der Bundeswehr München), Grenzüberschreitende institutionalisierte (Entwicklungs)-zusammenarbeit im urbanen Umweltmanagement: Erste Maßnahmen gegen Gewässerverschmutzung in Sao Paulo in den 1960er und 1970er Jahren

Moderation: Guido Thiemeyer, Düsseldorf


11.00-11.30 Uhr Kaffeepause


11.30-13.00 Uhr Sektion IV: Institutionalisierung ökonomischer Beziehungen

Korinna Schönhärl (Universität Duisburg-Essen/Historisches Kolleg München), Internationale Finanzkommission für Griechenland im 19. Jahrhundert – Vorläuferin der „Troika“?

Martina Sochin-D’Elia (Liechtenstein-Institut Bendern, FL), Die (Teil-)Aufgabe der eigenstaatlichen Souveränität zum Wohle der Wirtschaft? Der schweizerisch-liechtensteinische Zollanschlussvertrag

Kilian Baur (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt), Handlungsspielräume einzelner Personen in den ‚hansischen Außenbeziehungen‘

Moderation: Peter Hoeres, Würzburg


13.00-14.00 Uhr Mittagsimbiss


14.00-16.00 Uhr Sektion V: Transnationale Expertenkooperation

Phillip Wagner (Universität Bielefeld), Experteninternationalismus im „Zeitalter der Extreme“. Die International Federation for Housing and Town Planning um 1930

Jonathan Voges (Leibniz Universität Hannover), Eine Internationale der „Geistesarbeiter“? Institutionalisierte intellektuelle Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbundes

Sonja Dolinsek (Universität Erfurt), Transnationale Advokatennetzwerke und die grenzüberschreitende Bekämpfung des „Frauenhandels“ im 20. Jahrhundert

Bram Fauconnier (Universität Mannheim), Ecumenical synods: The transregional workings of associations of competitors in the Roman Empire

Moderation: Friedrich Jaeger, KWI, Essen

16.00-16.30 Uhr Zusammenfassung und Ende der Tagung

Veranstalter:
Eine Veranstaltung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universität Siegen & der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).

Kontakt:
Claudia Hiepel, claudia.hiepel@uni-due.de