KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
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Dienstag, 15. Dezember 20:00 UhrCineScience: ‚Jud Süß‘ – Sexualität und Antisemitismus im Nationalsozialismus
Ort: Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Straße 2, Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Der nationalsozialistische Antisemitismus war stark sexuell gefärbt. In dem viel gelesenen Roman von Artur Dinter „Die Sünde wider das Blut“ (1917) wird suggeriert, dass ein einziger sexueller Kontakt einer „Arierin“ mit einem Juden diese auf immer „verseucht“, sodass sie aufgrund der „Rassenschande“ nie wieder „arische“ Kinder gebären werde. Dinters Freund Julius Streicher, der Gauleiter von Franken, verbreitete diese 'Botschaft' in seinem antisemitischen Hetzblatt „Der Stürmer“, das oft an den Standesämtern aushing. Diese 'Botschaft' trug auch zur Entstehung der „Nürnberger Gesetze“ im Herbst 1935 bei. Der Film „Jud Süß“ (1940), der ein großes Echo in der deutschen Bevölkerung fand, dreht sich um dieses Thema vom Juden als Vergewaltiger der deutschen Frau und damit des deutschen Volkes.

Am 15. Dezember werden die Wissenschaftlerinnen Cornelia Essner und Alexandra Przyrembel ausgehend von Ausschnitten aus dem Vorbehaltsfilm „Jud Süß“ über Sexualität und Antisemitismus im Nationalsozialismus sprechen.

Über die Reihe CineScience Sex und Film:
In der Reihe CineScience werden soziale Phänomene anhand von Filmausschnitten diskutiert und im Hinblick auf die filmische Darstellung alltäglicher und weniger alltäglicher Aspekte menschlichen Zusammenlebens analysiert. Im Winter 2015/2016 widmet sich CineScience an mehreren Abenden unterschiedlichen Aspekten von „Sex und Film“.

Das Plakat zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier


Wissenschaftliche Leitung:
Armin Flender ist Referent für EU-Projekte und Drittmittel am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).

Referentinnen:

  • Cornelia Essner veröffentlichte zahlreiche Schriften zur internationalen Kolonialgeschichte und zum Nationalsozialismus, u.a. „Die Nürnberger Gesetze oder die Verwaltung des Rassenwahns“ (Paderborn 2002) sowie „Antisemitische Bruchstücke. Zehn Geschichten aus dem Dritten Reich“ (Berlin 2014).
  • Alexandra Przyrembel ist Professorin für Geschichte der Europäischen Moderne an der FernUniversität in Hagen.


Veranstalter:
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in Kooperation mit dem Filmstudio Glückauf und dem Förderverein des KWI.

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Karten erhalten Sie beim Filmstudio Glückauf an der Abendkasse oder mit telefonischer Reservierung unter der Rufnummer 0201/43 93 66 33 (täglich ab 15.30 Uhr).

Inhaltlicher Kontakt:
Alexandra Przyrembel, alexandra.przyrembel@fernuni-hagen.de