KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Dienstag, 21. Mai 20:00 Uhr
ReferentInnen: Armin Flender, Susanne Kaul, Jean-Pierre Palmier
CineScience Film und Gewalt: Gewalt in den Filmen von Quentin Tarantino
Ort: Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Straße 2, 45128 Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Gewalt auf komische und unterhaltsame Weise darzustellen ist ein Markenzeichen der Filme von Quentin Tarantino. Darüber ist immer wieder viel diskutiert worden und manche Kritiker werfen Tarantino sogar Gewaltverherrlichung vor. Aber der Regisseur zieht sich in Interviews auf die Position zurück, dass Gewalt in Filmen eben Spaß machen soll und dies mit realer Gewalt nichts zu tun habe. In der Tat wirkt die Gewaltdarstellung häufig so übertrieben wie in einem Cartoon, etwa wenn in Kill Bill: Vol. 1 das Blut wie aus Fontänen spritzt. Manchmal wird die Gewalt aber auch nur angedeutet und nicht gezeigt, wie das berüchtigte Abschneiden des Ohrs in Reservoir Dogs. Schließlich erhält Tarantinos Darstellung von Gewalt mit Inglourious Basterds auch eine ungewöhnliche moralische Dimension.

Die Literaturwissenschaftler Susanne Kaul und Jean-Pierre Palmier von der Universität Bielefeld stellen Filmszenen aus Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, Death Proof, Kill Bill: Vol.1, Kill Bill: Vol. 2 und Inglourious Basterds vor, analysieren, mit welchen filmischen Mitteln die Gewalt in den Szenen dargestellt wird, und reflektieren den Gewaltdiskurs anhand von Tarantinos Gesamtwerk.

CineScience: Film und Gewalt
Im Alltag moderner Gesellschaften gilt Gewalt als unerwünscht, wird tabuisiert und bestraft. Gleichzeitig konfrontieren uns Filme, Dokumentationen und die täglichen Nachrichten ständig mit Gewaltdarstellungen unterschiedlicher Intensität. Gewalt im Film ist zunächst einmal nicht reale Gewalt, sondern vorgestellte, abgebildete und wahrgenommene Gewalt, sei es fiktionale, wie sie beispielsweise für die Genres Western, Krimi oder Horrorfilm stilbildend ist, oder auch faktisch kontextualisierte Gewalt wie z. B. in Dokumentarfilmen oder Wochenschauen.

In der CineScience-Reihe Film und Gewalt greift das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) an vier Abenden unterschiedliche Aspekte des Themas auf und beleuchtet diese anhand von Filmausschnitten mit Gästen aus der Wissenschaft und in der Diskussion mit dem Publikum im Filmstudio Glückauf.

CineScience: Film und Gewalt ist eine Veranstaltungsreihe des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in Kooperation mit dem Filmstudio Glückauf. Die Reihe wird vom Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) gefördert. Der Verein unterstützt das Forschungskolleg bei der interdisziplinären Grundlagenforschung in den Kulturwissenschaften, insbesondere auch bei der öffentlichen Präsentation der Forschungsergebnisse. Er fördert die interuniversitäre Arbeit des Instituts und den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Kulturwissenschaften.

Kartenverkauf: (Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro):
Beim Filmstudio Glückauf an der Abendkasse oder mit telefonischer Kartenreservierung (täglich ab 15 Uhr unter der Rufnummer 0201- 43 93 66 33).

Hier können Sie den Flyer zur CineScience-Reihe Film und Gewalt herunterladen.