KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Montag, 21. November 18:00 Uhr
Prof. Dr. Britta Bannenberg (Justus-Liebig-Universität Gießen)
Straßenkrawalle in Großbritannien - Erklärungsansätze und Prävention aus kriminologischer Sicht
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter: Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Straßenkrawalle in Großbritannien – Erklärungsansätze und Prävention aus kriminologischer Sicht Im August 2011 kam es zu Straßenkrawallen („riots“) in Großbritannien, über die in den Medien breit berichtet wurde. Brandanschläge, Plünderungen, Vandalismus und gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei führten zu Toten, Verletzten, Obdachlosigkeit, hohen Sachschäden und etwa 2.000 Verhaftungen. Aus kriminologischer Sicht stellen sich Fragen nach den Ursachen, Tätern und Opfern derartiger Gewaltausbrüche im öffentlichen Raum. Auch die polizeilichen und strafrechtlichen Reaktionen sind von besonderem Interesse. Wie sind andere Gewaltphänomene in Deutschland (brennende Autos, Auseinandersetzungen von Gruppen im öffentlichen Raum, zunehmende Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen, Randale in Stadtteilen) zu beurteilen? Nehmen Protestbewegungen in der Bevölkerung und öffentliche Gewalt durch Jugendliche in vielen Ländern Europas zu und wo liegen gemeinsame Ursachen bzw. Unterschiede? Welche Präventionsansätze erweisen sich als wirksam?

Der Vortrag ist öffentlich und findet im Rahmen der Reihe „Interdisziplinare Gewaltforschung“ des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) am KWI statt.

Referentin:
Prof. Dr. Britta Bannenberg ; Jg. 1964; Studium der Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. 1. Juristisches Staatsexamen 1989; Promotion Göttingen; Dissertation zum Thema Täter-Opfer-Ausgleich: Wiedergutmachung in der Strafrechtspraxis, 1993; 2. Juristisches Staatsexamen Hessen 1994. Nach Assistentenzeit an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale und der Philipps-Universität Marburg Habilitation Dezember 2001. Habilitationsschrift: Korruption in Deutschland und ihre strafrechtliche Kontrolle, eine kriminologisch-strafrechtliche Analyse, Luchterhand 2002 (BKA Band 18); 2001 Tätigkeit in einem EU-Phare Projekt „Anti-Corruption Training, Legislation and Information“ in Riga / Lettland; WS 2001/2002 Lehrstuhlvertretung Univ. Bielefeld; April 2002 – Februar 2008 Professorin für Kriminologie, Strafrecht und Strafverfahrensrecht an der Universität Bielefeld. Seit Februar 2008 Professorin für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug an der JLU Giessen. Forschungsschwerpunkte: Korruption und Wirtschaftskriminalität (Ursachen, Strukturen, Täter, Prävention, Compliance-Systeme) und Gewaltkriminalität (Ursachen, Kriminalprävention; Schwerpunkte: Tötungsdelikte, Amok, Gewalt an Schulen, Häusliche Gewalt).