KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Mittwoch, 26. Oktober 19:00 Uhr
Kosal Path
Survival after Genocide in Cambodia: A Study on Adaptation in a Fragmented Society
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter: Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Eine Veranstaltung des KWI im Rahmen des Scholars in Residence Programms in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

Vier Jahrzehnte sind seit dem Ende der Regierungszeit der Khmer Rouge (KR) und dem Genozid in Kambodscha vergangen. In seinem Vortrag „Leben nach dem Völkermord in Kambodscha: Studie über die Anpassungsprozesse von Tätern in einer fragmentierten Gesellschaft“ fragt Kosal Path, inwieweit die Täter seither ihre geistigen Auffassungen geändert haben. Er konzentriert sich dabei auf ihre mentalen Gehorsamkeitsstrukturen im Kontext sozialer Anpassungsprozesse im gegenwärtigen Kambodscha.

Die Genozidforschung hat sich bislang vor allem mit den Ereignissen vor und während der Gewalttaten beschäftigt und die damit verbundenen Viktimisierungsprozesse untersucht. Sehr wenig Aufmerksamkeit wurde dagegen den Nachwirkungen der massiven Traumatisierungen zuteil, die sowohl auf gesamtgesellschaftlicher Ebene als auch in den Köpfen der Täter zu beobachten sind. Kosal Path untersucht diese Nachwirkungen des Genozids anhand von ausführlichen Tiefeninterviews, die er mit Mitgliedern des KR-Regimes geführt hat. Er diskutiert das Ausmaß und die Art der sozialen Anpassung der ehemaligen Täter und verortet ihre mentalen Gehorsamkeitsstrukturen im sozio-kulturellen und historischen Kontext der kambodschanischen Gesellschaft. Abschließend stellt Kosal Path Maßnahmen vor, die zu einer Überwindung der Traumatisierungen auf Seiten der Opfer, aber auch auf Seiten der Täter, beitragen können.

Referent:
Dr. Kosal Path ist Lehrbeauftragter an der School of International Relations an der Universität von Südkalifornien in Los Angeles. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Widerstand gegen den Genozid mit den Schwerpunkten Menschliche Sicherheit, Genozid in Kambodscha, kambodschanische Gesellschaft nach dem Genozid. Er ist Gastwissenschaftler am KWI im Rahmen des Scholars in Residence Programms in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

Kommentar:
Dr. Christian Gudehus ist wissenschaftlicher Geschäftsführer des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI). Forschungsfelder sind die Tradierung von Geschichtsdeutungen und die damit verbundene Deutung von Vergangenheitskonstruktionen mit Schwerpunkt auf Ausstellungen und Film sowie die Untersuchung von Aspekten kollektiver Gewalt.


Vortragssprache ist Englisch. Der Vortrag ist öffentlich und findet im Rahmen der Reihe „Interdisziplinare Gewaltforschung“ des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) am KWI statt.