KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Mittwoch, 06. Juli 18:30 Uhr
Johannes Remmel, Oliver Geden, Reiner Hoffmann, Stefan Taschner
„Partizipation als Garant für eine erfolgreiche Klimapolitik und Energiewende?“
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Goethestraße 31
Veranstalter: Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Nicht nur umstrittene Bauprojekte wie Stuttgart 21 rufen gesellschaftlichen Protest hervor. Auch viele Projekte zum Klimaschutz scheitern am Widerstand einzelner Interessengruppen: Manche fühlen sich durch den Anblick von Windrädern gestört, andere empfinden ein Tempolimit auf Autobahnen als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Kritiker einer nachhaltigen Klimapolitik beschwören bereits die Gefahr einer „Ökodiktatur“. Das interdisziplinäre Forschungskolleg „Herausforderung der Demokratie durch Klimawandel“ des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und der Hans Böckler Stiftung beschäftigt sich in den kommenden zwei Jahren mit dem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Mitbestimmung und Klimapolitik.
Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass eine ambitionierte Klimaschutzpolitik nur umgesetzt werden kann, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung mitwirken. Im Übrigen wird davon ausgegangen, dass nur eine demokratische Öffentlichkeit die Debatten erlaubt, um legitime, gerechte und dauerhafte Problemlösungen auf den Weg zu bringen.

Zum Auftakt des Kollegs diskutieren am 6. Juli im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Reiner Hoffmann von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und Stefan Taschner vom Verein BürgerBegehren Klimaschutz unter dem Titel „Partizipation als Garant für eine erfolgreiche Klimapolitik und Energiewende?“

Stehen persönliche Eigeninteressen des Einzelnen einer nachhaltig orientierten Klimapolitik entgegen? Wie kann die Bevölkerung über Klimaschutzmaßnahmen mitbestimmen - und braucht es vielleicht sogar neue Partizipationsmöglichkeiten im politischen Prozess? Mit diesen Fragen beschäftigt sich in den kommenden zwei Jahren das interdisziplinäre Forschungskolleg „Herausforderung der Demokratie durch Klimawandel“. Es vergleicht die klimapolitische Leistungsfähigkeit autoritär geführter mit der demokratischer Staaten. Untersucht werden etwa die Volksrepublik China, Südkorea, aber auch Deutschland sowie die Klimapolitik der EU. Auch die verschiedenen eigenstaatlichen Interessen in der internationalen Klimadiplomatie werden erforscht.
Die Ergebnisse sollen auch Aufschluss darüber geben, inwiefern gesellschaftliche Teilhabe in neue Bahnen gelenkt werden kann, um eine progressive Klimapolitik zu befördern. Einen Schwerpunkt bilden dabei Ort und Funktion außerparlamentarischer Klimaschutzinitiativen in demokratischen wie autokratischen Systemen. In ländervergleichender Perspektive wird zudem die Rolle von Gewerkschaften bei der Bearbeitung ökologischer Großkrisen analysiert.


Referenten:
Johannes Remmel (MdL, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Oliver Geden (Stiftung Wissenschaft und Politik), Reiner Hoffmann (Landesbezirksleiter Nordrhein der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) und Dr. Stefan Taschner (BürgerBegehren Klimaschutz e.V.).

Moderation:
Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).

Eintritt frei. Um Anmeldung bis 30. Juni wird gebeten bei maria.klauwer@kwi-nrw.de.