Projektbereiche
Mitarbeiter
Projekt Fremde Eigenheiten und eigene Fremdheiten
Leitung: Prof. Dr. Ronald Kurt, Prof. Dr. Jo Reichertz
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Im Globalisierungsdiskurs hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass die „Vergesellschaftung im Weltmaßstab“ im Rahmen makrosystemischer Analysen nicht hinlänglich zu beschreiben ist. Die Widersprüchlichkeit und Kontingenz des Prozesses machen eine stärkere Beachtung der handelnden Subjekte und der von ihnen zu leistenden Verständigungs- und Identitätsarbeit erforderlich. Und gerade in interkulturellen Arbeitsteams gewinnen der prozessuale und sozialkonstruktivistische Charakter der Identitätsarbeit und damit das Bemühen der Subjekte um eine lokalspezifisch transkulturelle Diskursbildung an Bedeutung. Mit unserem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt verfolgen wir das Ziel, typische Aspekte transkultureller Kommunikations- und Identitätsarbeit in Arbeitskontexten in einer qualitativ wissenssoziologischen Untersuchung herauszuarbeiten. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa. Analysiert werden soll bei einem Zustandekommen der Kooperation die Interaktion von indischen und deutschen Flugbegleitern, die in Teams auf Flügen der Lufthansa zusammenarbeiten. Dieses Interaktionsfeld ist für unsere Belange sehr gut geeignet: Die Ausdifferenzierung kultureller Identitäts(trans)formationen unter Globalisierungsbedingungen ist hier auf die Spitze getrieben und wird empirisch greifbar. Die transkulturelle Identitätsarbeit der Flugbegleiter soll in der Analyse des Ineinandergreifens von organisationellen Rahmenvorgaben des Unternehmens und interkultureller Diskursaushandlung im Arbeitsalltag in ihrer Typik herauspräpariert werden. So können sich im Hinblick auf die Kommunikation, Zusammenarbeit und Motivation interkultureller Arbeitsgruppen Antworten ergeben, die sowohl theoretisch als auch praktisch relevant sind.