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Projekt Die Dynamik des Tötens
Leitung: Prof. Dr. Harald Welzer
Gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung
Zu Beginn des Krieges lebten in der ukrainischen Stadt Berditschew etwa 30.000 Jüdinnen und Juden. Das entspricht der Hälfte der Gesamtbevölkerung. Innerhalb eines Jahres sind nahezu alle ermordet worden. Der größte Teil in Massenexekutionen durchgeführt von Polizeieinheiten.
Die Fallstudie geht der Frage nach, wie der Prozess der fast vollständigen Auslöschung jüdischen Lebens in Berditschew ablief. Wie verändert sich der Alltag in einer Stadt unter extrem gewaltförmigen Bedingungen? Welche Handlungsmöglichkeiten- und strategien entwickeln die Bewohnerinnen und Bewohner? Wie funktioniert diese Gesellschaft aus Opfern, Tätern, Zuschauern und Helfern?
Gewalttätiges Handeln wird hier als sozialer Prozess verstanden, der nur dann erklärbar wird, wenn die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten in den Blick genommen und zusammengeführt werden.