Projektbereiche
Mitarbeiter
Projekt Understanding Hotel Ruanda
Projektleitung: Dr. Christian Gudehus
Laufzeit: 2006-2007
Filme zu historischen Geschehnissen sind seit einigen Jahren vermehrt von unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen worden. Die Geschichtswissenschaft etwa untersucht die in entsprechenden Produkten konstruierten Geschichtsdeutungen. Das gilt insbesondere für die zeithistorische Forschung zu Nationalsozialismus/Holocaust und zunehmend auch zur DDR. Gleichzeitig werden im Rahmen der politischen Bildung regelmäßig Materialien zur pädagogischen Nutzung solcher Filme verbreitet. Gesellschaftliche Aktualität findet die Diskussion von Filmen durch entsprechende öffentlich geführte Debatten über vermeintlich erzeugte Geschichtsbilder, die entweder kritisch oder positiv gewertet werden. Jenseits der Beschäftigung mit den Produkten der Kulturindustrie finden sich in empirischen Studien zur privaten Geschichtsbezügen nachhaltige Spuren des Filmkonsums.
Trotz zum Teil stark unterschiedlicher Fragestellung – die sämtlich nicht auf die Rezeption von Filmen abstellte – zeigen sich darin die Bedeutung von Filmen als (besonders glaubwürdige) Referenzen für die Deutung von und die Konstruktion Vergangenheit. Zugleich liefern sie Material für die Erzählung der je eigenen (Familien)Geschichte. An Studien, die unmittelbar die Rezeption von Filmen zu (zeit)historischen Geschehnissen untersuchen herrscht angesichts des Gesagten ein überraschender Mangel.
Im Fokus der Pilotstudie steht die Erinnerung an den während des Genozids in Ruanda (1994) spielenden Film 'Hotel Ruanda' aus dem Jahr 2005 und die darauf beruhenden Deutungen der Ereignisse. Ziel der vergleichend angelegten Untersuchung ist zu rekonstruieren, (1) was (2) von wem auf (3) welche Weise erinnert wird.
(1) Was: Akteure, Geschehen, Motive, Ursachen etc.
(2) Von Wem/wer: Alter, Geschlecht, Bildung etc.
(3) Weise/Wie: Kontextualisierung, Dramatisierung etc.
Die Vorstudie mündet in ein größeres Projekt zur Rezeption historischer Filme, dass zur Zeit in der Beantragung ist.