KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Projektbereiche

Projekt Kommunikation und Demenz: Eine qualitative Untersuchung zum Wirkungsverlust und zum Wiederaufbau von Kommunikationsmacht zwischen Menschen mit der Diagnose Demenz und ihren Bezugspersonen in der häuslichen Versorgung

Leitung: Prof. em. Dr. Jo Reichertz (KWI)
Koordination: Verena Keysers (KWI)
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 03/2018 bis 02/2021


Projektteam Kommunikation und Demenz
© KWI, Foto: Kurbanov



Prof. Dr. Jo Reichertz

Verena Keysers

Anna-Eva Nebowsky

Carmen Birkholz

Joanna Meissner

Nils Spiekermann




Kontakt:
Wenn Sie interessiert sind an der Studie teilzunehmen, können Sie telefonisch oder per E-Mail mit dem Projektleiter Prof. Dr. Jo Reichertz Kontakt aufnehmen:
Jo.Reichertz@kwi-nrw.de, 0201 72 04 103

Weitere Ansprechpartnerinnen:
Verena Keysers (Projektkoordination), 0201 - 72 04 227
Anna-Eva Nebowsky, 0201 72 04 237

ÜBER DAS PROJEKT

Die Diagnose „Demenz“ kann das Familiengefüge aus den Angeln heben. Die Versorgung, Betreuung und Begleitung von Menschen, bei denen Demenz diagnostiziert wurde, findet für 2/3 der Betroffenen überwiegend im häuslichen Setting statt. Dort stehen Angehörige wie Betroffene vor dem Problem, das ‚Miteinander-Sein‘ trotz der demenzbedingten Ausfallerscheinungen jeden Tag aufs Neue mittels kommunikativem Handeln gestalten und aufeinander abstimmen zu müssen. Die Lebensqualität der betroffenen Menschen und die der Betreuenden hängen entscheidend davon ab, ob und wie dieses Kommunikationsproblem gelöst werden kann.

Doch wie funktioniert Kommunikation, wenn die Ordnung des Alltags innerhalb der Familie nach einer Demenzdiagnose durcheinander gebracht wird? Wie kommt es zum Abbau von Kommunikationsmacht bei Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen und welche neuen Formen der Handlungsabstimmung entstehen stattdessen?

WIE VERÄNDERT DIE DIAGNOSE DEMENZ DIE KOMMUNIKATION?

Das Projekt will diese Lücke schließen, indem es den folgenden drei Fragen nachgeht, nämlich

a.) wie kommunikatives Handeln zwischen dementierenden und ihren nicht-dementierenden Angehörigen im häuslichen Setting im speziellen mit Blick auf die Wechselwirkungen praktisch stattfindet und warum, weshalb und mit welchen Konsequenzen kommunikatives Handeln es vermag, eine Koorientierung der Personen zu ermöglichen,
b.) ob mit der Demenzerkrankung auch der Verlust von Kommunikationsmacht sowohl für die Angehörigen als auch für die dementierenden Menschen einhergeht und – wenn ja – wie diese Kommunikationsmacht unter den Bedingungen der Demenzerkrankung aus alltagsstrategischer Perspektive ggf. wieder aufgebaut werden kann und wenn ja,
c.) welche sozialen Figurationsmuster aus den kommunikativ erwirkten Verhaltensabstimmungsprozessen als Grundlage für alltagsstrategische Kooperations- und Koordinierungsprozesse konkret hervorgehen.

TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG ZUHAUSE

Diese drei Fragen sollen (a) mittels teilnehmender Beobachtung im Rahmen der häuslichen Begleitung, Betreuung und Versorgung von dementierenden Menschen durch ihre Angehörigen, (b) durch fokussierte Videographien ausgewählter Situationen sowie (c) durch die Erhebung von narrativen Interviews mit Bezugspersonen dementierender Menschen beantwortet werden. Ziel ist die Rekonstruktion der alltäglich zu lösenden Kommunikationsprobleme und die Beantwortung der Frage, wie es den Beteiligten Interaktionspartnern im ‚Praxisfluss des Alltags‘ gelingt, gewachsene alltagsstrategische Kommunikationsroutinen im Zusammen-Sein mit ihren dementierenden Angehörigen im Verlauf der Krankheit umzubauen oder neu zu etablieren und diese, falls möglich, zu stabilisieren und - wenn nötig – diese situationssensitiv mit dem Krankheitsverlauf so zu transformieren, dass eine Handlungskoorientierung möglich wird.

Kontakt:
Wenn Sie interessiert sind an der Studie teilzunehmen, können Sie telefonisch oder per E-Mail mit dem Projektleiter Prof. Dr. Jo Reichertz Kontakt aufnehmen:
Jo.Reichertz@kwi-nrw.de, Mobil: 0151 40171790

Weitere Ansprechpartnerinnen:
Verena Keysers (Projektkoordination), 0201 - 72 04 227
Anna-Eva Nebowsky, 0201 72 04 237