KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Projektbereiche

Projekt Krise und Zivilgesellschaft. Der Beitrag zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation zum Reformprozess in Griechenland

Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner (KWI)

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Dr. Konstadinos Maras (KWI)
Mitarbeiterin: Georgia Bekridaki (KWI)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 07/2017 - 06/2020


Zivilgesellschaft und Krise in Griechenland
© TRADING NEW GROUND: A Changing Moment for Citizen Action in Greece


Die europäische Finanz- und Staatsverschuldungskrise hat die Problemlösungskapazitäten des EU-Entscheidungsgefüges auf die Probe gestellt und Integrationsschritte in Richtung wirtschafts- und fiskalpolitischer Steuerung sowohl Koordinierung zur Bewahrung des Zusammenhalts des gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraumes unabweisbar gemacht. Betrachtet man die fiskal-, wirtschafts- und sozialpolitischen Maßnahmen zur Krisenbewältigung und Wiederherstellung der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen zugleich als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dann erscheinen die Anpassungsvorgänge, welche die Länder des europäischen Südens gegenwärtig durchlaufen, als Teile eines Transformationsprozesses. Wenn man in diesem Kontext auf die Transformationserfahrungen aus den ehemaligen Ländern des Ostblocks und dabei insbesondere auf den Stellenwert des zivilgesellschaftlichen Beitrags zur nachholenden Modernisierung rekurriert, stellt sich die Frage nach der Mitwirkungsrolle der Zivilgesellschaft ebenso im Hinblick auf die Reformherausforderungen im süd-europäischen Wirtschafts- und Gesellschaftsraum. Dies gilt umso mehr angesichts der Tatsache, dass sich die krisenbedingten Strukturanpassungen nicht auf den Bereich staatlichen finanz- und fiskalpolitischen Handelns beschränken, sondern wichtige Komponenten der geltenden Gesellschaftsverträge in allen südeuropäischen Ländern in Frage stellen.
In dem hier beantragten Forschungsprojekt soll daher untersucht werden, wie die zivilgesellschaftliche Mobilisierung im Rahmen der Staatsverschuldungskrise zur sozial-ökonomischen Reformfähigkeit bzw. zu einem soziokulturellen Mentalitätswandel beitragen kann. Das wissenssoziologische Forschungsinteresse richtet sich auf formelle und informelle Formen bürgerschaftlichen Engagements in Griechenland. Es thematisiert und ermittelt Potenziale gemeinwohlorientierten Bürgerengagements im Hinblick auf Krisenüberwindung und Gesellschaftsreform.