KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Projektbereiche

Projekt Arbeitskreis Kommunikativer Konstruktivismus

Kontakt: Richard Bettmann

Der Kommunikative Konstruktivismus (Keller/ Knoblauch/ Reichertz 2013) ist als eine programmatische Weiterentwicklung der Hermeneutischen Wissenssoziologie (Hitzler/ Reichertz/ Schröer 1999) zu verstehen, die in zentralen Punkten auch aus dem Sozialkonstruktivismus (Berger/ Luckmann 1966) hervorgegangen ist. Zentral für dieses komplexe methodologisch-theoretische Programm ist, dass die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht mehr nur auf die (ungleiche) Verteilung und Legitimation von Wissensbeständen zurückgeführt wird, sondern Wissen, Legitimation sowie die gesellschaftliche Wirklichkeit erst durch Kommunikation ermittelt, geschaffen, aber auch immer wieder verändert werden. Damit ist auch die praxis- bzw. interaktionstheoretische Justierung dieses Programms im Gegensatz zur bewusstseinstheoretischen Akzentuierung der Hermeneutischen Wissenssoziologie angedeutet. Während die Hermeneutische Wissenssoziologie das Wissen vornehmlich ‚in den Köpfen der Menschen‘ und als Grundlage für die Motive ihres Handelns über die Erfassung des subjektiv gemeinten Sinns untersuchte, geht es dem Kommunikativen Konstruktivismus sehr viel deutlicher um die Erfassung und Analyse konkreter Interaktionen, kommunikativer Praktiken und der Medien, die eingesetzt werden, um Verhaltensabstimmungsprozesse zu vollziehen, aus denen das Band der Sozialität letztlich geknüpft und zusammengehalten wird.
Aus diesem Arbeitskreis sollen gemeinsame Publikationen hervorgehen, beispielsweise die Gestaltung eines Blogs, kleinere Aufsätze für Journals und Zeitschriften sowie gemeinsame Buchprojekte, in denen wir uns mit der theoretischen und methodischen Weiterentwicklung des Kommunikativen Konstruktivismus befassen werden.

Weitere Mitarbeiter:
Dr. Oliver Bidlo (oliver.bidlo@uni-due.de), Matthias Meitzler (matthias.meitzler@uni-due.de), Rania Ladwig (rania.ladwig@uni-due.de) und Michael Roslon (michael.roslon@uni-due.de)