KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Projektbereiche

Projekt Wissenschaftliches Begleitprojekt des Virtuellen Instituts (VI) „Transformation – Energiewende NRW“

Leitung des Virtuellen Instituts: Prof. Dr. Manfred Fischedick (Wuppertal Institut) und Prof. Dr. Claus Leggewie (KWI)
Koordination: Dr. Steven Engler (KWI), Katja Pietzner und Dr. Daniel Vallentin (beide Wuppertal Institut)
Projektleitung KWI: Dr. Steven Engler, Prof. Dr. Patrizia Nanz und Prof. Dr. Claus Leggewie

Kooperationspartner: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Förderer: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF); In Zusammenarbeit mit dem Cluster EnergieForschung.NRW
Laufzeit: 03/2015 - 12/2017

Projekthomepage:
Virtuelles Institut - Transformation Energiewende NRW

Projektflyer


Die Energiewende stellt die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor große technologische, ökonomische sowie soziale und kulturelle Herausforderungen. Technologisch stellt vor allem die Systemintegration erneuerbarer Energien bei einer zeitgleichen Gewährleistung eines hohen Niveaus an Versorgungssicherheit/-qualität eine der zentralen Aufgaben dar. Weitere Aspekte der angestrebten großen Transformation des Energiesystems umfassen Kompatibilitätsherausforderungen, Investitions- und Wirtschaftlichkeitsherausforderungen (inkl. Wettbewerbsfähigkeit und Sozialverträglichkeit), Infrastruktur- und Ressourcenherausforderungen, die Notwendigkeit der Überwindung der natürlichen Beharrungskräfte etablierter Systeme, die gesellschaftliche Akzeptanz für die Umsetzung des Veränderungsprozesses, Fragen der Teilhabe und Partizipation, Herausforderungen an die Politik zur Gestaltung eines integrativen Politikansatzes im Mehrebenensystem sowie die Notwendigkeit der Erweiterung des Innovationsverständnis (Systeminnovationen).

Für NRW als dem zentralen Energie- und Industriestandort in Deutschland führt die Energiewende zu besonderen Anforderungen. NRW zeichnet sich zum Beispiel durch seine industriellen Schwerpunkte, seine energieintensiven Branchen, die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette für vielfältige Produkte und durch seine innere räumliche Differenzierung („Rheinschiene“, „Ruhrgebiet“, ländliche Räume, etc.) aus. Soziodemographisch hat NRW europaweit die größte Bevölkerungsagglomeration, eine hohe Bevölkerungsdichte und eine umfassende Heterogenität der Gesellschaft. Zugleich ist NRW ein exzellentes Forschungsland, wie die Dichte seiner universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zeigt.

Der nachhaltige Umbau des Energiesystems in NRW wird durch das Virtuelle Institut (VI) „Transformation- Energiewende NRW“ wissenschaftlich unterstützt. Im Rahmen des Virtuellen Instituts wurden wichtige Themencluster (1. Mentalitäten & Verhaltensmuster; 2. Governance & Partizipation; 3. Transformation industrieller Infrastrukturen) entwickelt und die in diesen Bereichen arbeitenden Forschungseinrichtungen zusammengeführt. Dieser Prozess wird zukünftig fortgesetzt, sodass weitere Vernetzungen und Kooperationen entstehen können. Die Leitung und Koordination des Virtuellen Institutes obliegt dem Wuppertal Institut und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten liegt auf den sozio-ökonomischen und kulturellen Implikationen der Energiewende unter Berücksichtigung der spezifischen nordrhein-westfälischen Rahmenbedingungen. Die Forschung ist daher stark komplementär zu Forschungsanstrengungen auf nationaler und europäischer Ebene angelegt.

Im Rahmen des Begleitprojektes werden sowohl (1) formal-strukturelle als auch (2) inhaltliche Schwerpunkte bearbeitet:

(1) Der Fokus liegt in diesem Bereich darauf die bestehenden Projekte „Mentalitäten und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“ und „Verbundprojekt Energiewende.NRW – Bürger gestalten den Umbau des Energiesystems“ und Partner weiter zu vernetzen, zu koordinieren und einen Austausch inhaltlicher Schwerpunkte zu gewährleisten. Des Weiteren sollen künftige Projektantrage entwickelt werden.

(2) Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Fortentwicklung der Forschungsagenda. Diese muss stets an neue Erkenntnisse angepasst und um Erfahrungen aus der Wissenschaft ergänzt werden. Zusätzlich befassen sich die Kooperationspartner ausgiebig mit dem Thema Narrative der Energiewende. Dabei sollen sowohl konzeptionelle als auch inhaltliche Innovationen entstehen.