KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Projekt Fortschrittskolleg NRW: Future Water

Leitung: Prof. Dr. Torsten Schmidt (UDE), Dr. Steven Engler (KWI-Teilprojekt)
Koordination: Claudia Freimuth (UDE), Dr. Michael Eisinger (UDE), Johannes Euler (KWI-Teilprojekt), Leon Netzel (KWI)

Kooperationspartner: Universität Duisburg-Essen, Ruhr-Universität Bochum, Hochschule Ruhr-West, EBZ Business School, IUTA e.V.
Förderer: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Laufzeit: 11/2014 – 12/2018

www.nrw-futurewater.de

Der Mensch nutzt die Ressource Wasser immer intensiver - dadurch sind Flüsse, Seen, Grundwasser und Meere erheblichen Veränderungen und Gefährdungen ausgesetzt. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist deshalb eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Im Rahmen des „Fortschrittskollegs NRW: Future Water“ werden Fragestellungen rund um das Thema nachhaltiger urbaner Wasserkreisläufe aus ingenieurwissenschaftlicher, chemischer, ökonomischer, ökologischer, medizinischer, philosophischer und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive betrachtet.

Wasser als Gemeinsames: Potenziale und Hemmnisse von Commoning für die Lösung von Konflikten bei der Wasserbewirtschaftung

Innerhalb dieses Projekts befasst sich unter anderem Johannes Euler für das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) mit dem Teilbereich Wasser und Governance. Wasser als unabdingbare Lebensgrundlage war immer schon und wird in zunehmendem Maße zur Grundlage von Konflikten. Fragen der Qualität und Quantität, der Allokation und des Managements weisen in Zeiten des Klimawandels, inner- und zwischenstaatlicher Rivalitäten sowie profitorientierter Produktionsweisen hohe Konfliktpotenziale auf. Die Wasserbewirtschaftung findet in der Regel zwischen den Polen staatlicher und marktorientierter Organisation statt. Im Gegensatz dazu stehen gemeinschaftlich-selbstorganisierte Produktions-, Reproduktions- und Nutzungsarten (Commoning), insbesondere in peripheren Regionen. Diese Praktiken bauen teilweise auf über Jahrhunderte akkumuliertes Erfahrungswissen auf. Dieses Commoning, also das „miteinander Tun“ Ebenbürtiger, steht im Zentrum des Projektes. Es wird gefragt, worin Commoning genau besteht, wie es in größere gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettet ist und worin die Potenziale für die konstruktive Bearbeitung von Wasserkonflikten bestehen. Beantwortet werden diese Fragen zunächst auf theoretischer Ebene. Daraus werden Thesen entwickelt, welche mit unterschiedlichen Methoden empirisch untersucht werden. Unter anderem werden Fallstudien zu gemeinschaftlicher Wasserversorgung in den Randbezirken zweier lateinamerikanischer Großstädte (Cochabamba, Bolivien und Medellin, Kolumbien) angefertigt.

Projektposter "Commons: Grundlage nachhaltigen Wassermanagements?!"

Starkregenereignisse: Innovative kommunale Anpassungsstrategien an Starkregenereignisse - Gemeinschaftliche Entwicklung und Bewusstseinsbildung in Gemeinden des Ruhrgebiets

In einem anderen Teilprojekt beschäftigt sich Leon Netzel für das KWI mit der im Rahmen des Klimawandels erwarteten Zunahme von Starkregenereignissen, welche uns alljährlich durch die intensive, mediale Berichterstattung zu den katastrophalen Starkregenfolgen bewusst wird, und dadurch für einen erhöhten Druck zur Implementierung von Anpassungsmaßnahmen auf kommunaler Ebene sorgt. Der innerstädtische Versiegelungsgrad sowie die hohe Bevölkerungsdichte erschweren jedoch die Umsetzung von Starkregenanpassungsmaßnahmen aufgrund der Flächenkonkurrenz und der Vielzahl an Anliegern mit zum Teil konträren Interessen. Vor diesem Hintergrund soll die Risikowahrnehmung der Bürger, sowie deren Bereitschaft zur Partizipation bei der Planung und Umsetzung von Starkregenanpassungsmaßnahmen untersucht werden. Es gilt geeignete Partizipationsformen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Akzeptanz und das Verhalten der Bürger zu bewerten. Zudem sollen die Aufwendungen für Partizipation den Risiken von Fehlplanungen oder Verzögerungen in einer Kosten-Nutzen-Analyse entgegengestellt werden.

Weitere Partner:
Emschergenossenschaft/Lippeverband, Ruhrverband, Umweltamt der Stadt Dortmund, DWA - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.