KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Pressemitteilungen 2015


  • 18. November 2015

pdf iconCineScience Sex und Film: ‚Jud Süß‘ – Sexualität und Antisemitismus im Nationalsozialismus

Der nationalsozialistische Antisemitismus war stark sexuell gefärbt. In dem viel gelesenen Roman von Artur Dinter „Die Sünde wider das Blut“ (1917) wird suggeriert, dass ein einziger sexueller Kontakt einer „Arierin“ mit einem Juden diese auf immer „verseucht“, sodass sie aufgrund der „Rassenschande“ nie wieder „arische“ Kinder gebären werde. Dinters Freund Julius Streicher, der Gauleiter von Franken, verbreitete diese 'Botschaft' in seinem antisemitischen Hetzblatt „Der Stürmer“, das oft an den Standesämtern aushing. Diese 'Botschaft' trug auch zur Entstehung der „Nürnberger Gesetze“ im Herbst 1935 bei. Der Film „Jud Süß“ (1940), der ein großes Echo in der deutschen Bevölkerung fand, dreht sich um dieses Thema vom Juden als Vergewaltiger der deutschen Frau und damit des deutschen Volkes.
Am 15. Dezember werden die Wissenschaftlerinnen Cornelia Essner und Alexandra Przyrembel anhand von Ausschnitten aus dem Vorbehaltsfilm „Jud Süß“ über Sexualität und Antisemitismus im Nationalsozialismus sprechen.

  • 29. Oktober 2015

pdf iconÖffentliches Gespräch: „Gutes Leben und technologischer Fortschritt - eine europäische Perspektive

Wir möchten Sie gerne auf die Konferenz „Technologischer Fortschritt und gutes Leben“ am 19. und 20. November 2015 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) hinweisen, die im transdisziplinären Austausch das Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation und Vorstellungen vom guten Leben ausleuchten soll. U.a. geht es um die Kontroversen zur Digitalisierung des (Arbeits-)Lebens, zur Biomedizin und Gesundheitstechnologie sowie zur Energietechnik. Das Format der Konferenz ist auf kurze Statements der Vortragenden und darauf folgende tiefergehende Diskussionen ausgerichtet, um die Integration der Einzelbeiträge in den Gesamtzusammenhang des Themas der Konferenz zu befördern.

  • 13. Oktober 2015

pdf iconKäte Hamburger Lecture: “Inequality - What Can Be Done?” with Sir Tony Atkinson

Domestic and global inequality is one of our most urgent social problems. Curbed in the decades after World War II, it has recently returned with a vengeance. We all know the scale of the problem—talk about the 99% and the 1% is entrenched in public debate— but there has been little discussion of what we can do about inequality.

  • 1. Oktober 2015

pdf iconBuchvorstellung „Oktoberfest – Das Attentat. Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann"

Das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest vom 26. September 1980 war mit 13 Toten und 200 Verletzten der blutigste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Ulrich Chaussy, Autor und Journalist, zweifelte am Ergebnis der Ermittler, es habe sich um die Tat eines Einzelgängers gehandelt. Jahrelange, hartnäckige Recherchen sowie Gespräche mit Zeugen und Hinweisgebern verstärkten seinen Eindruck, dass die zuständigen Stellen nicht konsequent in der rechtsextremistischen Szene ermittelt hatten.

  • 13. August 2015

pdf iconLesung: „Los-schreiben in der Moderne. Das Werk Jürgen von der Wenseds

Der Wanderer, Dichter, Übersetzer, Meteorologe und Komponist Jürgen von der Wense (1894-1966) ist weithin vergessen. Mit seinen frühen Musikstücken erregte er die Aufmerksamkeit der musikalischen Avantgarde – heute verzeichnet ihn kein Musiklexikon. Wenses zog sich völlig zurück aus dem gesellschaftlichen Leben und ergriff nie einen bürgerlichen Beruf. Er lernte Altchinesisch, schrieb expressionistische Gedichte und parodierte die Sprache der Nazis in Zeitungscollagen. Sein Nachlass umfasst 30.000 beidseitig beschriebene Blätter, darunter grandiose Naturbeschreibungen. In der szenischen Lesung am 4. September 2015 werden Tobias Amslinger und Johannes Becker aus Briefen, Tagebuchnotizen, Aufsätzen und Gedichten Wenses lesen.

  • 12. August 2015

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Fadhil al-Azzawi in Essen

Der Iraker Fadhil al-Azzawi gehört zu den berühmtesten arabischen Autoren der Gegenwart. Sein Roman „Der Letzte der Engel“ (1992) erfasst wie in einem Brennglas Konflikte, Vielfalt und Abgründe der irakischen Gesellschaft und gilt als Meisterwerk der modernen arabischen Literatur. Über den Umweg Amerika, wo er als literarisches Ereignis gefeiert wurde, erreichte al-Azzawi nun auch ein deutsches Publikum. Übersetzt von Larissa Bender, erschien der Roman vergangenes Jahr auf Deutsch (Dörlemann Verlag, Zürich 2014) und erhielt durchweg begeisterte Kritiken: Wer den heutigen Irak verstehen wolle, müsse „Der Letzte der Engel“ lesen. 1977 floh dieser großartige Autor vor politischer Verfolgung nach Berlin, wo er bis heute lebt. Am 2. September 2015 ist der Autor zu Gast im Literarischen Salon in der Buchhandlung Proust in Essen.

  • 22. Juli 2015

pdf iconWorkshop: “Here I stand. I can do no other. 2nd Workshop about Dimensions of Practical Necessity

“Here I stand, I can do no other”, “I must do this, I have no choice”. Such phrases imply the necessity of an important decision or of a certain course of action. They can be interpreted as expressions of fundamental volitions, convictions, and beliefs, or as existential expressions of a person’s character and identity. But they can also be regarded as unjustified exculpations.
What do terms like ‘practical necessity’, ‘moral necessity’ and ‘personal necessity (or incapacity)’ mean in different contexts? What causes the ‘necessitation’? And what does it mean for the self-constitution, the unity, authenticity, autonomy, and morality of an agent, if he is necessitated by such necessities? The second workshop about dimensions of practical necessity will serve to continue and intensify the discussions of the first workshop, which was held at the KWI in June 2014, and it shall open up new vistas on the topic.

  • 2. Juli 2015

pdf iconKonferenz: Measuring Ethnicity and Migration

Diversity that counts is increasing in complexity. Official statistical categories are developed dynamically to capture and appropriately represent ethnic, religious, and language diversity. Ten years ago, the concept ‘persons with a migration background’ was introduced to official statistics in Germany. School administration additionally operates with the concept of ‘non-German language of origin’ for some time now, and in 2011, a question on religious beliefs was included in the German census of population, especially with a view to counting German Muslims. Other countries like Canada, the Netherlands, or the United Kingdom also see dynamic changes and proliferation of their statistical classifications capturing ethnic, religious, and language diversity.

  • 29. Mai 2015

pdf iconVortrag und Diskussion: „Gustav Heinemann – Vom Kämpfer gegen die Wiederbewaffnung zum 'Bürgerpräsidenten'"

Gustav Heinemann, der erste sozialdemokratische Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, begann in Essen seinen Weg in die Politik, der ihn schließlich 1969 in das Amt des Bundespräsidenten führte. In seinem Buch „Gustav W. Heinemann. Ein deutscher Citoyen. Biographie“ zeichnete der Publizist und Historiker Thomas Flemming 2013 Leben und Wirken des Politikers nach. Im Rahmen des Vortrags am 9. Juni ist der Autor im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) zu Gast. Als Zeitzeugen kommen der frühere Bundesjustizminister und Präses der EKD-Synode, Jürgen Schmude, und Peter Heinemann, NRW-Politiker und Sohn Gustav Heinemanns, zu Wort. Mit ihnen diskutiert auf dem Podium der Essener Historiker Wilfried Loth.

  • 27. Mai 2015

pdf iconBuchvorstellung: „Das Lachen der Täter: Breivik u.a.“ mit Autor Klaus Theweleit

Vom Lachen der Killer wird in zahlreichen Fällen berichtet, aber selten wird es in seiner zentralen Bedeutung gedeutet – so die These von Klaus Theweleits Psychogramm „Das Lachen der Täter: Breivik u.a.“ (Residenz Verlag, St. Pölten 2015). Theweleit untersucht die brutalen Mordtaten, mit denen uns die Aktualität täglich konfrontiert: Anders Breivik, der selbsternannte Tempelritter, der 67 Jugendliche auf der norwegischen Insel Utøya erschießt; fanatisierte Attentäter, die die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ hinrichten; Kindersoldaten, die im Genozid an der Tutsi-Bevölkerung in Ruanda gelernt haben, zu morden und zu vergewaltigen. Auf Einladung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) spricht Klaus Theweleit am 11. Juni in der Essener Buchhandlung Proust über sein Buch und diskutiert mit Journalistin Christiane Hoffmans, KWI-Direktor Claus Leggewie und KWI-Forschungsbereichsleiter Volker Heins.

  • 13. Mai 2015

pdf iconKonferenz: Coming to Terms with the Armenian Genocide: 100 Years On

Die Aufarbeitung des armenischen Völkermords ist nicht nur Thema türkischer und armenischer Auseinandersetzungen, sondern hat auch internationale Relevanz. Die Tagung „Coming to Terms with the Armenian Genocide: 100 Years on“ am 18. und 19. Juni im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA, der Türkei, Armenien und Deutschland, die sich der Erforschung vergangener Verbrechen widmen und die Vielfalt von Religionen und Ethnizitäten im Osmanischen Reich und der türkischen Republik herausarbeiten.

  • 11. Mai 2015

pdf iconVortrag: „Ideology Beyond Belief: Social Practices and the Objects of Critique

Ist eine Ideologie nur eine geteilte Meinung? In ihrem Vortrag am 28. Mai im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) geht die US-amerikanische Philosophin Sally Halslanger dem Begriff der Ideologie nach. Sie kritisiert die Vorstellung, die darunter schlicht ein in einer Gesellschaft geteiltes Überzeugungssystem versteht. Vielmehr situiert Haslanger den Begriff in einer Theorie der sogenannten sozialen Praktiken („social practices“). Haslanger argumentiert dafür, dass ein tragfähiger Ideologiebegriff zentral ist für das Unterfangen der Ideologiekritik. Insbesondere der rein rational-argumentativen Kritik zeige ein solches Verständnis Grenzen auf.

  • 27. April 2015

pdf iconWorkshop: „Issues in Applied Analytic Philosophy“

Vor dem Hintergrund der analytischen Philosophie haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit einigen Jahren verstärkt Themen der kritischen Theorie und der Sozialphilosophie zugewandt. Dabei werden Methoden zentraler Bereiche der analytischen Philosophie, wie Sprachphilosophie und Metaphysik, fruchtbar gemacht für Fragen, die typischerweise den Gender- und Race-Studies, der Vorurteils-Forschung oder der Ideologiekritik zugerechnet werden. Der Workshop am 29. Mai 2015 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) nimmt diesen Themenkomplex in den Fokus.

  • 22. April 2015

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Szczepan Twardoch in Essen

In Deutschland klagen manche, die Literatur sei so zahm geworden. Und wenn sie mal wild sei, dann auch nur als Pose. Wir glauben zwar nicht, dass das stimmt. Aber sicher ist, dass die Polen keine solchen Sorgen haben müssen – denn sie haben Szczepan Twardoch. 1979 geboren, ist er bereits einer der Stars der europäischen Gegenwartsliteratur. Sein Roman „Morphin“ (Rowohlt, Berlin 2014) über das rauschhafte Leben eines Warschauer Kommandanten zu Zeiten der deutschen Besatzung ist ebenso verwegen wie tiefgründig, ebenso bitterböse wie moralisch, atemberaubend in seiner ästhetischen Konsequenz und zugleich fesselnd auf jeder Seite. Ja, und ein Platz 1-Bestseller war „Morphin“ nebenher auch. Mal sehen, ob er uns verrät, wie er das geschafft hat. Am 6. Mai 2015 ist der Autor zu Gast im Literarischen Salon in der Buchhandlung Proust in Essen.

  • 21. April 2015

pdf iconPodiumsdiskussion: Die Nachkriegszeit im Ruhrgebiet - Vom Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren lag fast das gesamte Ruhrgebiet in Trümmern. Die Bevölkerungszahl hatte sich zum Kriegsende hin drastisch reduziert und der einst florierende Industriestandort schien zerstört. Doch der Wiederaufbau der Industrieanlagen und der urbanen Strukturen fand im Ruhrgebiet in rasantem Tempo statt. Innerhalb kurzer Zeit wurde die wirtschaftliche Kraft des Ruhrgebiets wiederhergestellt und die Region stieg zum Motor des Wirtschaftswunders in der jungen Bundesrepublik Deutschland auf. Am Montag, den 11. Mai diskutieren namhafte Historiker in der Essener Kreuzeskirche die Geschichte des Ruhrgebiets zwischen der ‚Stunde Null‘ und dem Beginn des wirtschaftlichen Aufstiegs in den frühen 50er Jahren.

  • 2. März 2015

pdf iconBuchvorstellung: „Politische Zeiten. Beobachtungen von der Seitenlinie" mit Autor Claus Leggewie

In Claus Leggewies Autobiografie spiegelt sich der Lebenslauf vieler seiner Altersgenossen: kosmopolitisch, ökologisch engagiert, querdenkend haben sie Deutschland entscheidend mitgeprägt. In der Schilderung von Schlüsselszenen setzt sich etwas zusammen, das im Rückblick gern Entwicklung genannt wird. Leggewie sieht diese aber auch von Zufällen, Brüchen und Gefährdungen geprägt. Da spürt der Kölner Junge plötzlich die Nähe der NS-Vergangenheit und begreift durch einen Blumenstrauß im Rinnstein eines Pariser Nobelviertels die Gewalt der Macht. 1968 betrachtet er von der Seitenlinie, seither macht er als Beobachter und Berater gelegentlich selbst Politik. Am 17. März stellt der Autor sein Buch „Politische Zeiten. Beobachtungen von der Seitenlinie“ (C. Bertelsmann, München 2015) im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) vor.

  • 25. Februar 2015

pdf iconDer Literarische Salon: Autorin Gertrud Leutenegger in Essen

Wenn jemand die Welt in einer Erzählung anhalten kann dann ist es die 1948 in Schwyz geborene Gertrud Leutenegger. Ihr Roman „Panischer Frühling“ (Suhrkamp, Berlin 2014), stand auf der Shortlist des Buchpreises 2014. Hier ist es der isländische Vulkan Eyjafjallajökull, der zum physischen Stillstand der Welt führt. Aber so, wie die Schweizerin von dem Ereignis erzählt, gerät die seltsame, geradezu metaphysische und auch noch in London herrschende Stille zur Raserei. Beeindruckend ist, wie nahe Leuteneggers Literatur den Dingen und Menschen kommt, ihnen ihre Lebensgeschichten entlockt und Bilder im Kopf des Lesers entstehen lässt. Die Zeit schrieb in diesem Zusammenhang, „Panischer Frühling“ habe die Wirkung eines 3D-Films.
Am 11. März 2015 ist die Autorin zu Gast im Literarischen Salon in der Buchhandlung Proust in Essen.

  • 19. Februar 2015

pdf iconSzenische Lesung: „Es gibt nicht genug Kartoffeln, es gibt nur Hunger"

„Es gibt nicht genug Kartoffeln, es gibt nur Hunger“ schrieb ein unbekannter tschechischer Autor in zittriger Handschrift auf den Rand eines Zeitungsausschnittes. Wo immer die deutsche Wehrmacht einrückte, bestimmten bald Mangel und Hunger den Alltag der Menschen. Die Lesung von Originaldokumenten aus den Jahren 1939-1945 am 10. März 2015 im Grillo-Theater Essen zeichnet ein eindrückliches Bild des Lebens und Überlebens unter deutscher Besatzung: Knappe Lebensmittel, Mangelernährung, Diskriminierung durch Lebensmittelzuteilungen und Hungertod, aber auch Überlebensstrategien prägten den Besatzungsalltag Europas.

  • 17. Februar 2015

pdf iconVortrag: „Fluide Identität – Wie kann ich mich entwickeln und dennoch derselbe bleiben?"

Es besteht kein Zweifel, dass wir uns unser gesamtes Leben lang verändern, uns entwickeln. Und es besteht auch kein Zweifel, dass wir, so sehr wir uns auch verändern mögen, immer die eine, dieselbe Person sind, die sich verändert. Das Spannungsverhältnis von Stabilität und Wandel, von Entwicklung und Identität hat theoretische wie empirische Herausforderungen zur Folge, die das Nachdenken von Menschen über sich selbst seit Jahrtausenden beschäftigen. In seinem Vortrag am
5. März 2015 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) versucht der Psychologe Werner Greve anhand ausgewählter Fragen, Probleme und Befunde eine mögliche Lösungsrichtung zu skizzieren.

  • 2. Februar 2015

pdf iconBuchvorstellung und Diskussion: „Mythos Trümmerfrauen“

Die „Trümmerfrau“ gehört zum festen Repertoire nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit. Seit Anfang der 1950er Jahre bis in unsere Gegenwart kam es in den unterschiedlichsten Städten immer wieder zur Errichtung von „Trümmerfrauen“-Denkmälern. Leonie Treber hat erstmals die überlieferten Fakten geprüft. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die „Trümmerfrauen“ ein Mythos sind; es gibt nur ganz wenige Belege dafür, dass tatsächlich Frauen im Krieg und in der Nachkriegszeit Bombentrümmer beseitigt haben. Am 17. Februar ist die Autorin zu Gast in der Buchhandlung Proust in Essen. Mit Historikerin Ute Schneider und KWI-Direktor Claus Leggewie diskutiert Treber, wie der Mythos mit all seinen Facetten entstanden ist.

  • 21. Januar 2015

pdf iconLesart: Von Debatten und Schubladen - Das Ende der politischen Gewissheit

Deutschlands Parteiensystem scheint zunehmend im Umbruch: die Parteischubladen rechts und links werden der aktuellen Parteienlandschaft nicht mehr gerecht. In der Lesart am 3. Februar im Café Central des Essener Grillo Theaters diskutieren Armin Nassehi, Götz Aly und Stephan Hebel mit Moderator Christian Rabhansl, ob wir tatsächlich am Ende der politischen Gewissheit angelangt sind. Im Fokus stehen die beiden Neuerscheinungen „Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links, progressiv und konservativ keine Alternativen mehr sind“ (Murmann Verlag, Hamburg 2015) von Armin Nassehi sowie Götz Alys Essaysammlung „Volk ohne Mitte. Die Deutschen zwischen Freiheitsangst und Kollektivismus“ (S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt 2015). Soziologe Nassehi plädiert für ein neues vernetztes Denken jenseits parteipolitischer Grenzen. In seinen Essays setzt sich Journalist und Historiker Aly damit auseinander, wie die Deutschen ihre nationalsozialistische Vergangenheit aufarbeiteten – und inwieweit dies bis heute nachwirkt.

  • 20. Januar 2015

pdf iconVortrag: „Homophobie und islamischer Extremismus“

Die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Liebesbeziehungen ist ein zentrales Element islamisch-fundamentalistischer Strömungen. Homophobe Äußerungen werden in diesen Kreisen offen getätigt – auch in Deutschland, derzeit vor allem durch Anhänger des Salafismus. Radikalisieren die Extremisten damit lediglich eine unter Muslimen verbreitete Haltung? In seinem Vortrag am 3. Februar im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) geht der Journalist und Islamwissenschaftler Thorsten Gerald Schneiders dem historischen und gegenwärtigen Bild von Homosexualität im Islam nach.

  • 12. Januar 2015

pdf iconVortrag: „Homophobie in Russland“

Die Haltung des Kreml offenbart sich regelmäßig als homophob: Seit Juni 2013 ist beispielsweise das öffentliche Reden über Homosexualität im Beisein von Min¬derjährigen gesetzlich verboten. Welchen Einfluss haben Gesetzgebung und politisches Klima auf die Verbreitung von Homophobie in Russland? Anhand von Bevölkerungsumfragen und Studien berichten Wanja Kilber, Vorstandsvorsitzender der Berliner Organisation Quarteera, und Peter Schmidt, Justus-Liebig-Universität Gießen, in ihrem Vortrag am 26. Januar im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) über die aktu¬elle Lage in Russland.

  • 5. Januar 2015

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Michael Kleeberg in Essen

Manche Romanfiguren altern mit ihren Lesern. Michael Kleebergs Karlmann „Charly“ Renn ist so einer. Als Dreißigjähriger lebte „Charly“ im Westen der noch unvereinigten Republik. Er war Autohändler, Boris-Becker-Fan und veritabler Kotzbrocken. Inzwischen ist Charly zehn Jahre älter, aber nicht unbedingt sympathischer geworden, hat geheiratet und ist Vater einer Tochter. Kleeberg widmet diesem trüben Jedermann mit „Vaterjahre“ (DVA, München 2014) einen weiteren, höchst funkelnden Roman, den nicht wenige Kritiker für das Buch des Jahres 2014 halten. Am 14. Januar 2015 ist der Autor zu Gast im Literarischen Salon in der Buchhandlung Proust in Essen.
Miriam Wienhold, 14. Nov 2017 15:01