KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Pressemitteilungen 2014

  • 1. Dezember 2014

pdf iconVortrag: „God Hates Fags" – Homophobie, religiöse Rechte und Popkultur in den USA“

Wie lässt sich die Popularität homophober Haltungen in den USA erklären? Als Ursprungsland der Lesben- und Schwulenbewegung haben die USA Modelle von ‚gay identity‘ und ‚gay community‘ hervorgebracht. In der anti-homosexuellen Gesetzgebung einzelner US-Bundesstaaten oder in der Propagierung von Umerziehungstherapien für Lesben und Schwule zeigt sich jedoch eine spezielle Form von Homophobie. Der Vortrag des seit vielen Jahren in den USA forschenden Germanisten Peter Rehberg am 15. Dezember im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) untersucht diese Gegensätze. Mit Hilfe psychoanalytischer, queer- und kulturtheoretischer Ansätze analysiert Rehberg sowohl Beispiele amerikanischer Politikberichterstattung als auch, wie die US-Fernsehserien „True Blood“ oder „American Horror Story“ Kontroversen um die Rechte sexueller Minderheiten darstellen.

  • 24. November 2014

pdf iconVortrag: „The Crisis of Journalism Reconsidered“

Für die meisten Leute sind Zeitungen und Nachrichten die einzigen Quellen, die ihnen ein Bild vermitteln von der Welt, in der sie leben. Journalisten erzählen uns nicht nur, „was los ist”, sondern auch, was Bürger und Politiker motiviert, so zu handeln, wie sie es tun, welche freundlichen und anrüchigen Beziehungen sie unterhalten und welche Institutionen sie schützen oder gefährden. In jüngerer Zeit mehren sich die Klagen, dass das kritische Potenzial des Journalismus durch die Kommerzialisierung der Medien einerseits und die Einebnung der Qualitätspresse durch das Internet andererseits verloren geht. Jeffrey Alexander, Professor für Soziologie an der Yale University (USA), diskutiert am 8. Dezember mit dem Politikwissenschaftler Christoph Bieber diese These. Alexander kritisiert die pessimistische Auffassung des Niedergangs des Journalismus und plädiert für eine radikal neue Sichtweise auf dieses Phänomen und seine tatsächlichen und vermeintlichen Bedrohungen.

  • 12. November 2014

pdf iconLesart: Der Dschihadist von nebenan – warum die Terrormiliz IS junge Migranten anzieht

Mehr als 400 junge Männer sind laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz bisher von Deutsch¬land aus in den Irak oder nach Syrien gegangen, um für den Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Nir¬gendwo sonst in der westlichen Welt ist die Zahl der Rekruten für islamistische Terrororganisatio¬nen ähnlich schnell gewachsen wie hier. Die Motive der deutschen Glaubenskrieger sowie die Ge¬fahren, die von ihnen auch für Deutschland ausgehen, diskutieren die Islamwissenschaftler Lamya Kaddor, Behnam T. Said und Guido Steinberg mit Moderator Peter Lange, Chefredakteur von Deutschlandradio Kultur, am 25. November im Rahmen der Lesart im Café Central des Essener Grillo Theaters. Im Fokus stehen Saids Lagebericht „Islamischer Staat. IS-Milizen, al Qaida und die deutschen Brigaden“ (C.H. Beck, München 2014) sowie Steinbergs politische Analyse „Al-Qaidas deutsche Kämpfer. Die Globalisierung des islamistischen Terrorismus“ (edition Körber Stiftung, Hamburg 2014).

  • 10. November 2014

pdf iconVortrag: „Homophobie in Südafrika und Uganda“

Das Anti-Homosexuellengesetz in Uganda sorgt seit Ende 2013 international für heftige politische Kontroversen und große mediale Aufmerksamkeit. Weltweit protestierten Menschenrechtsinitiativen gegen das Gesetzesvorhaben. Südafrika gilt im Unterschied zum ostafrikanischen Uganda als Zufluchtsland für verfolgte Homosexuelle und Trans-Menschen. Gleichgeschlechtliche Ehen sind legal und Geschlechtsumwandlungen möglich. Seit 1996 schützt das Land die Rechte von Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentität und -orientierung in der Verfassung. Gleichzeitig werden insbesondere schwarze Lesben Opfer homophober Hassgewalt, eine Strafverfolgung der Täter findet oftmals nicht statt. Der Vortrag der Ethnologin und Autorin Rita Schäfer am 24. November 2014 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen nimmt dieses Spannungsfeld in den Blick und erörtert sowohl aktuelle politische als auch kolonialhistorische und religiöse Bezüge. Beispiele illustrieren zudem die mutige Arbeit von Homosexuellenorganisationen und Aktivistinnen und Aktivisten.

  • 29. Oktober 2014

pdf iconCineScience Krieg und Film: „Bilder prägen – die Konstruktion des Krieges in Film und Foto"

Eine Statue stürzt, von Ketten gezogen; eine grobkörnige Luftaufnahme eines schnell näher kommenden Gebäudes endet in einer Explosion. Zu Kriegen existieren Bilder – Bilder von Augenzeugen, mediale Bilder und auch imaginäre, innere Bilder. Was all diese Bilder auszeichnet, mehr noch, was sie zu einem wichtigen Bestandteil unserer multikulturellen und globalen Kommunikation macht, ist ihre prägende Wirkung. Wir machen uns eine Vorstellung vom Krieg anhand von Bildern. Doch wer und was prägt die Bilder – und vor allem: Wie vollzieht sich dieser Prozess? Stefanie und Jeldrik Pannier werden am 11. November im Filmstudio Glückauf im Gespräch mit Mathis Danelzik (KWI) Film- und Fotobeispiele diskutieren.

  • 27. Oktober 2014

pdf iconVortrag: „Homophobie – keine Ahnung, was das ist“

Mit seiner mittlerweile zum Klassiker gewordenen Faschismusanalyse „Männerphantasien" (1977/1978), beschritt der Freiburger Kulturtheoretiker Klaus Theweleit neue Wege in der Faschismus- und der Geschlechterforschung. Große Medienresonanz erfuhr auch 2004 sein Buch „Tor zur Welt: Fußball als Realitätsmodell“. Dem Thema Homophobie im Fußball geht Theweleit in der Auftaktveranstaltung der Reihe „Homophobie im globalen Kontext“ am 10. November in Essen nach. Unter dem Titel „Homophobie – keine Ahnung, was das ist“ erläutert er u.a. am Beispiel der Männerbastion Fußball, welche Denkmuster und Mechanismen homophobem Verhalten zugrunde liegen.

  • 22. Oktober 2014

pdf iconDer Literarische Salon: Autorin Felicitas Hoppe in Essen

Der Büchner-Preis, die bedeutendste literarische Auszeichnung im deutschsprachigen Raum, wird meist an ältere Autoren vergeben, Männer vor allem. Felicitas Hoppe ist zwar auch keine Jugendliche mehr, sie ist nicht einmal die jüngste aller Büchner-Preisträger (Verleihung 2012) – aber in ihrem ganzen Schreiben und Denken so hell, so offen, so neugierig, dass selbst der Nachwuchs im Vergleich alt aussieht.
Am 5. November ist die Autorin Gast des Literarischen Salons im Grillo-Theater in Essen. Beinahe mit jedem Buch hat sie sich neu erfunden, hat überrascht, irritiert, den Leser auf ganz neue Wege gebracht. Und ist sich zugleich treu geblieben, nicht nur in der Genauigkeit, der Beweglichkeit und Originalität ihrer Sprache, auch in der Virtuosität, mit der sie die Grenzen von Wahrheit und Fiktion, Selbsterkenntnis und Rollenspiel unterläuft. Zuletzt erschien von ihr „Grünes Ei mit Speck“ (S. Fischer Verlag, Frankfurt 2011), eine Übersetzung von Texten des amerikanischen Kinderbuchautors Dr. Seuss, sowie der Roman „Hoppe“ (S. Fischer Verlag, Frankfurt 2012).

  • 14. Oktober 2014

pdf iconBürgerbeteiligungsprozess zum Trassenneubau im Raum Windischeschenbach

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) initiiert einen Bürgerbeteiligungsprozess zum Ersatzneubau der Stromleitung von Redwitz nach Schwandorf (der sogenannte „Ostbayernring“) im Raum Windischeschenbach-Püllersreuth-Pfaffenreuth-Seidlersreuth. Bis März 2015 sind drei Veranstaltungen geplant, an denen alle BürgerInnen des genannten Raumes teilnehmen können, um miteinander und mit den relevanten Organisationen über die wichtigsten Planungsschritte zu diskutieren. Am 22. Oktober 2014 findet in Windischeschenbach die Auftaktveranstaltung statt, bei der der Planungsstand und das Beteiligungsvorhaben vorgestellt werden. BürgerInnen können einbringen, worauf bei der Planung der neuen Stromleitung aus ihrer Sicht geachtet werden sollte. Ziel des gesamten Beteiligungsprozesses ist, von BürgerInnen präferierte Varianten ins Raumordnungsverfahren einzubringen, damit diese dort geprüft werden können.

  • 14. Oktober 2014, Nr. 28

pdf iconDeutsch als Wissenschaftssprache

Forschungsergebnisse in den Geisteswissenschaften werden zunehmend in englischer Sprache publiziert, wissenschaftliche Tagungen verstärkt auf Englisch abgehalten. Derzeit sind keine Tendenzen auszumachen, dass die deutsche Sprache wieder ihre frühere Bedeutung in der Wissenschaftskommunikation erhält. Doch welche Konsequenz hat die Zunahme „globalesischer“ Wissenschaftskommunikation: Geht mit ihr ein Verlust europäischer Sprachkultur, unterschiedlicher Denk-, Text- und Wissenschaftstraditionen und die Herausbildung eines angelsächsischen Monopols in der geisteswissenschaftlichen Theoriebildung einher? Oder führt die zunehmende Anglifizierung der Geisteswissenschaften vielmehr zu einer gesellschaftlichen Demokratisierung, weil wissenschaftliche Erkenntnisse von breiteren Gesellschaftsschichten rezipiert werden können? Vortrag am 4. November 2014, 19 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen.

  • 6. Oktober 2014, Nr. 27
Von Charlie Chaplin bis zur Gegenwart - Krieg berührt die tiefsten menschlichen Ängste und wird schon in der Stummfilmzeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Am 21. Oktober diskutiert Medienwissenschaftler Heinz-B. Heller gemeinsam mit Sophia Schönborn (KWI) und Tara Windsor (KWI) anhand von Stanley Kubricks „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) und weiteren Filmbeispielen Möglichkeiten und Grenzen der medialen Auseinandersetzung.

  • 1. Oktober 2014, Nr. 26

pdf iconLesart: Beispiel Mali. Was man für ein verwundetes Land tun kann

Mali gehörte einst zu den Zentren islamischer Wissenschaft und Kultur, das sagenumwobene Timbuktu war eine Handelsmetropole der alten Welt. Heute leidet das Land an Armut und Abhängigkeit, in jüngster Zeit wurde es obendrein durch Rebellion und Krieg geschwächt. Dennoch passt Mali nicht in das Klischee vom scheiternden Afrika. Die Journalistin Charlotte Wiedemann, die das Land viele Male bereist hat, beschreibt in ihrem soeben erschienenen Buch „Mali oder das Ringen um Würde. Meine Reisen in einem verwundeten Land“ (Pantheon 2014) eine Gesellschaft, die ihre Werte von Solidarität und Toleranz in den Wirren der Globalisierung zu verteidigen sucht – und sich gegen die Bevormundung durch den Westen ebenso wehrt wie gegen einen fundamentalistischen Islam.

  • 25. September 2014, Nr. 25

pdf iconWorkshop: „Europa anders denken“

Neuere Ansätze in der Integrationsforschung bemühen sich, das Europa der Bürger verstärkt in den Blick zu nehmen und diese Dimension anhand von Fragen einer europäischen Öffentlichkeit, (Zivil)Gesellschaft, Kultur oder Identität zu untersuchen. Die Methoden, Kategorien und Denkformen, die die bisherige Europaforschung dominieren, werden in Frage gestellt. Der interdisziplinäre Workshop lädt am 17. und 18. Oktober im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) zu ihrer Diskussion ein.

  • 17. September 2014, Nr. 24

pdf iconVortrag Diedrich Diederichsen

„Überall und nirgends: Homophobie - ein Ressentiment jenseits gesellschaftlicher und politischer Orientierungen?“
Wenn jamaikanische Reggae- oder Dancehall-Künstler auf Deutschlandtournee gehen und in ihren Songs gegen "Battyboys" homophob hetzen, kommt es alljährlich zu publizistischen Gefechten. Es geht um die Frage, ob Homophobie in jamaikanischen Liedtexten konsequent zu bekämpfen sei oder ob, wie Reggae-Experten argumentieren, ein differenzierterer Blick auf ihren kulturellen Entstehungskontext angebracht ist. Diese Ansicht vertreten in letzter Zeit auch AktivistInnen aus LGBT-Kreisen und wenden sich mit Schlagworten wie "Homonationalismus" oder "Homonormativität" verstärkt gegen eine Instrumentalisierung von Homophobie-Bekämpfung für eine vermeintlich eurozentrische oder gar imperialistische Politik.
Lassen sich tatsächlich die unterschiedlichen Ziele emanzipativer Politik rein von ihren realpolitischen Kontexten her diskutieren, sollten sie nicht für sich stehen? Oder wäre im Gegenteil geboten, dass leben- und lebensformrettende Zwecke strategische Mittel heiligen?

  • 9. September 2014, Nr. 23

pdf iconDiskussion mit Jochen Gerz

„Die Angst vor der Gemeinsamkeit – Erfahrungen bei der Schaffung des Platzes des europäischen Versprechens“
Die Grenze zwischen Künstler und Publikum aufheben und das Verhältnis von Kunst, Demokratie und Partizipation neu bestimmen – das ist das Ziel von Jochen Gerz. Er zählt zu den bedeutenden internationalen Konzeptkünstlern der Gegenwart. Am 25. September ist Gerz zu Gast im KWI. Moderiert von KWI-Direktor Claus Leggewie, diskutiert er sein aktuelles Projekt „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum.

  • 2. September 2014, Nr. 22

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Clemens J. Setz in Essen

Clemens J. Setz ist leicht überfordert und weiß nie so genau, was gerade gespielt wird. Das ist eine gute Voraussetzung für einen Romanschriftsteller. Setz schreibt triviale und meistens absonderliche Begebenheiten auf, die Leser leicht überfordern und bei denen sie nie so genau wissen, was gerade gespielt wird. Und manche fragen sich, ob man so was überhaupt erfinden kann und aufschreiben darf. Am 17. September ist der 32-jährige Grazer Gast des Literarischen Salons im Grillo-Theater in Essen und wird unter anderem über seinen Roman „Indigo“ (Suhrkamp, Berlin 2012) sprechen: Ein Mathelehrer namens Clemens Setz beobachtet an seiner Schule seltsame Vorgänge und der gleichnamige Schriftsteller stellt Nachforschungen an, die zu nichts führen als zu einem Roman – aber was für ein bizarrer, aufregender und verwirrender Roman! Der Lehrer Clemens Setz wird deswegen aus dem Schuldienst entlassen, aber der gleichnamige Autor gilt seit „Indigo“ als der wichtigste und gefragteste Vertreter seiner Generation.

  • 21. August 2014, Nr. 21

pdf iconLesart Spezial: Deutsche Geschichten ¬- 25 Jahre Mauerfall

Zum 25. Mal jährt sich in diesem November der Fall der Berliner Mauer. Bei Lesart Spezial am 9. September im Essener Grillo-Theater begeben sich Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, der Schriftsteller David Wagner und der Soziologe Michael Hofmann auf Spurensuche in der deutsch-deutschen Vergangenheit. David Wagner spricht über sein gemeinsam mit Jochen Schmidt veröffentlichtes Buch „Drüben und drüben - Zwei deutsche Kindheiten“ (Rowohlt Verlag, Reinbek 2014). Darin berichten die Autoren, wie unterschiedlich sie das Aufwachsen links und rechts der Grenze erlebten. In seinem jüngst erschienenen Werk „Wir Angepassten - Überleben in der DDR" (Piper Verlag, München 2014) beschäftig sich Roland Jahn mit der Frage, welchen Spielraum und welche Verantwortung der Einzelne in einer Diktatur hat.

  • 31. Juli 2014, Nr. 20

pdf iconTagung: „Komik und Satire in Migrationskontexten“

Komik und Satire als soziale Phänomene befähigen die Akteure nicht nur zur Solidarisierung oder Abgrenzung, sie regen ebenso kognitive Prozesse an, ermöglichen die intersubjektive Spiegelung sowie die Bestätigung oder die Revision eigener Wissensbestände, kultureller Normen und Werte. Aus diesen Gründen eignen sie sich für die Erforschung von Identitäten, kulturellen Milieus, Machtbeziehungen sowie generell zwischenmenschlicher Beziehungen einer (multikulturellen) Gesellschaft. Eine interdisziplinäre Tagung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) am 19. und 20. September 2014 nimmt sie in den Fokus.

  • 17. Juli 2014

pdf iconKaum ein Mieter fragt nach Energieausweis: Studie zur energetischen Gebäudesanierung in Essen

Eine Bevölkerungsumfrage unter 1.000 Essener Bürgerinnen und Bürgern gibt Aufschluss über die aktuelle Wohnungssituation in Essen. Die Studie enthält eine detaillierte Bestandsaufnahme über die energetisch modernisierten Gebäude in Essen und zeigt Wege auf, wie Eigentümer und Mieter noch besser über Sanierungsmaßnahmen und Energiesparmöglichkeiten informiert werden können.

  • 23. Juni 2014, Nr. 19

pdf iconBuchvorstellung: „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert"

Deutschland im 20. Jahrhundert – das sind zwei Weltkriege, eine gescheiterte Demokratie, Hitler-Diktatur und Holocaust, ein 40 Jahre lang geteiltes Land. Aber es ist auch Sozialstaat, Wohlstand, Liberalisierung und Globalisierung, eine erfolgreiche Demokratie und die längste Friedensperiode der europäischen Geschichte. Ulrich Herberts „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ (C.H. Beck, München 2014) widmet sich den gewaltigen Prozessen dieses Jahrhunderts. Am 8. Juli stellt der Herausgeber sein Werk unter der Moderation von KWI-Direktor Claus Leggewie in der Essener Buchhandlung Proust vor.

  • 22. Mai 2014, Nr. 18

pdf iconWorkshop: „Here I stand. I can do no other. Dimensions of practical necessity

Workshop am KWI: „Here I stand. I can do no other. Dimensions of practical necessity”
Datum: 20. bis 21. Juni 2014
Tagungssprache: Englisch
„Here I stand. I can do no other." „I (just) have to do this, I do not have a choice.“ – Such phrases imply a necessity of important decisions and actions. They refer to fundamental convictions or beliefs and can be regarded as existential expressions of a person’s character and identity. But they can also be considered as unjustified exculpations. One could ask: “Did you really have to do this? Did you consider all alternatives? Can you really know, what you have to do?”

  • 20. Mai 2014, Nr. 17

pdf iconCineScience: Krieg und Film: Wessen Hunger? Krieg und Helfen

In einem zeitgeschichtlichen Dreisprung geht der Künstler und Filmkurator Florian Wüst am 3. Juni im Filmstudio Glückauf dem Thema und den Bildern des Hungers als Folge von Krieg und ökonomischen Interessen nach. Im Gespräch mit Volker Heins (KWI) diskutiert er anhand verschiedener Dokumentar- und Kurzfilme die Marshallplanhilfe und das Hungerproblem in den unmittelbaren Nachkriegsjahren, die globalen Krisen der 1970er Jahre (Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion, Welternährung) und die Dekonstruktion des heutigen Systems der westlichen Entwicklungshilfe und des Selbstbildes der Ersten Welt als „Big Spender“. Gezeigt werden u.a. Stuart Schulbergs „Hunger“ (1948) und Ascan Breuers „Paradise Later“ (2010).

  • 30. April 2014, Nr. 16
Die Entwicklung der Soziologie vom Interessengebiet weniger Gelehrter zur breit institutionalisierten Fachwissenschaft ist in Deutschland eng mit der Geschichte der 1909 von Ferdinand Tönnies, Max Weber und anderen gegründeten Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) verbunden. Von einer kleinen Vereinigung weniger Gelehrter wuchs die DGS, an deren Spitze sich im Laufe der Zeit fast alle wichtigen Soziologen engagierten, zu einem großen Fachverband mit vielfältigen Aktivitäten. Der Beginn der Nazi-Herrschaft markierte allerdings einen Einschnitt für die deutschen Soziologen und ihre Vereinigung. Wie reagierte die DGS 1933 auf den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft? Und wie ist die Fachgesellschaft deutscher Soziologen nach 1945 mit der NS-Vergangenheit umgegangen?

  • 24. April 2014, Nr. 15

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Miljenko Jergović in Essen

Schlendert man in Belgrad oder Sarajevo mit Miljenko Jergović über die Buchmesse, hat man das Gefühl, mit einem Popstar unterwegs zu sein, so viele wollen sich mit ihm fotografieren oder ihre Bücher signieren lassen. Dabei scheuen seine Veröffentlichungen, ob Roman oder Kolumne, kein Tabuthema, sie scheinen vielmehr alles anzupacken, was heiß und glühend ist, was ihm genauso viele Feinde wie Bewunderer eingebracht hat. Am 7. Mai ist der 1966 in Sarajevo geborene und heute in Zagreb lebende Autor Gast des Literarischen Salons in der Buchhandlung Proust in Essen. Zuletzt erschienen in deutscher Sprache die Bücher „Wolga, Wolga“ (Schöffling, Frankfurt/M. 2011) sowie „Freelander“ (Schöffling, Frankfurt/M. 2010). Mit Miljenko Jergović werden die Dolmetscherin Anne-Kathrin Godec sowie die Schauspielerin Ingrid Dohmann für die Lesung zu Gast sein.

  • 23. April 2014, Nr. 14
Der Erste Weltkrieg brachte nicht nur die Welt des 19. Jahrhunderts zum Einsturz, sondern hinterließ auch tiefe Spuren bei jedem Einzelnen. Vorstellungen eines archaischen Kriegertums des Kampfes Mann gegen Mann gingen bei den Soldaten rasch verloren, Trommelfeuer, Stellungskrieg und der Einsatz von Giftgas ließ anfängliche Kriegsbegeisterung umschlagen in verzweifelte Todesangst. René Grohnert und Mario von Lüttichau (Museum Folkwang) werden am 6. Mai im Filmstudio Glückauf gemeinsam mit ihrem Gast Peter Ellenbruch (Universität Duisburg-Essen) anhand von Grafiken, Fotos und Plakaten sowie Filmszenen Darstellungen des Ersten Weltkriegs diskutieren.

  • 17. April 2014, Nr. 13

pdf iconTagung: „Climate Change and Global Crisis in the Seventeenth Century"

Das 17. Jahrhundert war das kälteste Jahrhundert der vergangenen tausend Jahre. Heute gestatten Klimarekonstruktionen ein globales Gesamtbild sowie regional differenzierte Teilbilder des Klimas nachzuzeichnen. Diese schaffen die Grundlage, um die komplexe Frage nach den gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimas im 17. Jahrhundert differenziert zu beantworten. Die Tagung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) am 5. und 6. Mai 2014 bringt internationale Experten zur Geschichte des 17. Jahrhunderts zusammen und stellt vor diesem Hintergrund auch die Frage, welche möglichen Lehren sich für die Folgen des gegenwärtigen Klimawandels ziehen lassen.

  • 17. April 2014, Nr. 12
Im gerade erschienenen Bericht des Weltklimarates (IPCC) zur Anpassung an den Klimawandel und seinen Risiken wird einmal mehr deutlich, dass die Folgen des Klimawandels ein zentrales Thema in der heutigen Klimadebatte bilden. Historische Erfahrungen mit den Risiken und Folgen des Klimawandels spielen hingegen bisher eine untergeordnete Rolle. Genau diese nimmt der weltweit renommierte Militär- und Umwelthistoriker Geoffrey Parker in den Blick. Am 5. Mai spricht er im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) über sein Buch „Global Crisis: War, Climate Change & Catastrophe in the Seventeenth Century" (Yale University Press: New Haven & London 2013) und diskutiert mit Experten für Klimageschichte.

  • 16. April 2014, Nr. 11

pdf iconLesart Spezial: Europas Einigung und ihr deutsches Herz

Europa scheint in schlechter Verfassung zu sein. Die Schuldenkrise hat die Europäische Union innerlich und in ihrer Außenwirkung geschwächt, die russische Annexion der Krim holt das Schreckgespenst des Krieges hervor, bei den Parlamentswahlen könnten nationalpopulistische Parteien die Gewinner sein. Bei Lesart Spezial am 6. Mai im Essener Grillo-Theater diskutiert Claus Leggewie, Direktor des KWI, mit dem italienischen Politologen Angelo Bolaffi und dem Essener Historiker Wilfried Loth Chancen und Herausforderungen der europäischen Entwicklung. Wie Europa nach 1945 zu einem Erfolgsmodell mit unvollendeter Geschichte geworden ist, zeigt Loth in seinem jüngsten Buch „Europas Einigung“ (Campus Verlag, Frankfurt 2014). Bolaffi beleuchtet in „Deutsches Herz“ die Rolle des deutschen Modells in Europa und streitet für die deutsche Hegemonie (Klett-Cotta, Stuttgart 2014).

  • 10. April 2014, Nr. 10

pdf iconJunges Europa im Dialog

Am 25. Mai 2014 wählen wir das Europäische Parlament. Für viele ist das einer der wenigen Berührungspunkte mit dem abstrakten Begriff ‚Europa‘, den man in letzter Zeit häufig mit Krisensituationen wie derzeit in der Ukraine in Verbindung bringt. Aber Europa ist mehr als das, es ist Teil unseres Alltags. Die gemeinsame Währung, die Reisefreiheit und der Verbraucherschutz sind nur wenige Beispiele für die scheinbar selbstverständlichen Vorteile Europas, die uns ein demokratisches Leben in Freiheit und Frieden gewähren.
In drei Impulsvorträgen widmen sich Europäer aus Deutschland (Katarina Bader), Polen (Piotr Buras) und Frankreich (Christophe Schramm) der Frage, was eigentlich für die EU und die europäische Integration spricht. Im Anschluss sind Sie/seid Ihr als Teilnehmerinnen und Teilnehmer des World-Cafés gefragt, die Thesen der Redner zu diskutieren und eigene Gedanken einzubringen.

  • 24. März 2014, Nr. 9

pdf iconVortrag und Diskussion: „Machtmakler in schwierigen Zeiten? Die Rolle der deutschen politischen Stiftungen in den transatlantischen Beziehungen"

Die deutschen politischen Stiftungen sind wichtige Akteure der deutschen Außenpolitik. Besonders in den transatlantischen Beziehungen nehmen sie eine Sonderstellung ein und zeigen in Krisenzeiten, dass sie eine entscheidende Rolle im internationalen und transatlantischen Dialog spielen. In ihrem Vortrag am 1. April am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) untersucht Nicole Renvert, derzeit Postdoc Fellow am Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Wissenschaft und Politik, welche Aufgaben deutsche politische Stiftungen im Umgang mit den USA erfüllen und auf welche neuen Herausforderungen sie dabei stoßen.

  • 24. März 2014, Nr. 8

pdf iconLesart Spezial: Mit einem Attentat die Welt entzünden.

Das Attentat am 28. Juni 1914 auf den österreichischen Thronfolger und dessen Gattin löste eine dramatische Abfolge von Ereignissen aus. Ein Krieg brach aus, der die Welt für immer verändern würde. Wie die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit nachwirkt, diskutiert Peter Lange, Chefredakteur des Deutschlandradios Kultur, mit Militärhistoriker Michael Epkenhans und Gregor Mayer, Journalist und Autor, bei Lesart Spezial am 8. April im Essener Grillo-Theater. Im Zentrum stehen Mayers jüngst erschienenes Buch „Verschwörung in Sarajevo. Triumph und Tod des Attentäters Gavrilo Princip“ (Residenz Verlag, St. Pölten 2014) sowie „Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs“ (C. H. Beck, München 2014) des Freiburger Historikers Jörn Leonhard.

  • 26. Februar 2014, Nr. 7

pdf iconDer Literarische Salon: Autor Jan Wagner in Essen

Jan Wagner zählt zu den bedeutendsten Dichtern des Landes, für seine Werke wie „Probebohrung im Himmel“ (Berlin Verlag, Berlin 2001) hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Im Literarischen Salon am 12. März spricht Wagner mit Navid Kermani und Claus Leggewie in der Essener Buchhandlung Proust über seinen jüngsten Band „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“ (Hanser Berlin, Berlin 2012). Getarnt als Herausgeber, stellt er darin drei unbekannte Lyriker vor, jeweils mit Einführungen in Leben und Werk, mit Werkverzeichnis sowie Glossar und Kommentar. In seinem ebenso klug komponierten wie einfallsreichen und witzigen Buch erschafft Wagner den Bauerndichter Anton Brant, den verzweifelten Theodor Vischhaupt sowie den Elegienschreiber Philipp Miller.

  • 19. Februar 2014, Nr. 6

pdf iconWorkshop: Zwischen Transparenz und Rufmord – Die Folgen der Plagiatsjagd

In der gegenwärtigen Debatte um Plagiate wird selten betont, dass der kleinen Zielgruppe von promovierten Politikern eine große Masse gewissenhaft arbeitender und zunehmend verunsicherter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gegenübersteht. Ebenso bleibt das zugrundeliegende Wissenschaftsverständnis unklar: Stehen Wissenschaftler tatsächlich „auf den Schultern von Riesen“? Welche Folgen hat diese Debatte für eine kreative Wissenschaftskultur? Welche praktischen Konsequenzen hat die Debatte für die Arbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses? Diese und weitere Fragen diskutieren Expertinnen und Experten am 12. März 2014 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).

  • 16. Januar 2014, Nr. 5

pdf icon„Mythos Energien. Was treibt uns an?“

Von der Elektrizitätswirtschaft bis zur Esoterik ist die Rede von „Energien“. Eine Reflexion dieses Begriffes hat in den Kulturwissenschaften bisher jedoch kaum stattgefunden. Ausgehend vom Mythos des Prometheus, göttlicher Vordenker unserer technischen Zivilisation, ergründen Philosophen, Ökologen, Politologen, Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Künstler im neu erschienenen Sammelband „Prometheische Kultur. Wo kommen unsere Energien her?“ (Wilhelm Fink, Paderborn 2013) die Ursprünge, Transformationen und Grenzen unserer Energien. Über die Bedeutung von „Energie“ in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen diskutieren am 4. Februar die Herausgeber Claus Leggewie (Kulturwissenschaftliches Institut Essen, KWI), Ursula Renner (Universität Duisburg-Essen) und Peter Risthaus (Ruhr-Universität Bochum) sowie Stephan Muschick von der RWE Stiftung mit dem Publikum im KWI.

  • 14. Januar 2014, Nr. 4

pdf icon"Convivialism: Beyond the Ideologies of the Past"

Vortrag von Alain Caillé über die Kunst, miteinander zu leben
Globale Probleme wie der Klimawandel, Armut, Terrorismus oder Finanzkrisen legen nahe, über veränderte Formen des Zusammenlebens und der Wahrnehmung nachzudenken. Viele Bewegungen, Initiativen und Gruppierungen suchen aktuell schon nach alternativen Wegen: Ihnen allen gemeinsam ist das Streben nach einer neuen Kunst, miteinander zu leben (con-vivere). „Konvivialismus“ bedeutet das Ausloten von Möglichkeiten, wie sich Menschen gegenseitig versorgen und sich dabei zugleich um die Natur kümmern können, ohne deshalb legitimen Konflikten auszuweichen. Am 3. Februar erläutert der französische Soziologe Alain Caillé das Konzept des Konvivialismus in einem Vortrag, zu dem der Forschungsschwerpunkt „InterKultur“ am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und das Käte Hamburger Kolleg/ Centre for Global Cooperation Research, Duisburg, einladen.

  • 13. Januar 2014, Nr. 3

pdf iconBuchvorstellung und Diskussion: „Von Käfern, Märkten und Menschen

Wenn über die Kolonialisierung der Welt geschrieben wird, steht zumeist im Vordergrund, was die Europäer den Weltregionen an Fortschritt und Zivilisation brachten. Tatsächlich aber wäre auch die europäische Wissensgeschichte ohne die Kolonien anders verlaufen. Die Historikerinnen Rebekka Habermas und Alexandra Przyrembel haben dies zum Thema ihres Sammelbandes „Von Käfern, Märkten und Menschen. Kolonialismus und Wissen in der Moderne" (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013) gemacht. Am 29.Januar stellen die Herausgeberinnen in der Essener Buchhandlung Proust ihr Buch vor und diskutieren dieses bislang wenig beachtete Phänomen unter der Moderation des Bochumer Historikers Stefan Berger.

  • 9. Januar 2014, Nr. 2

pdf iconLesart Spezial: Transparenztraum und Big Data

Ausspähprogramme wie PRISM und Tempora sind jüngst diskutierte Phänomene eines Zeitalters der Informationsflut. Big Data macht es möglich, Daten in bislang unbekanntem Ausmaß zu erfassen und auszuwerten. Noch ist unklar, wie weit dies unsere Art zu leben beeinflussen wird. Welche Chancen und Risiken diese neuartige Form der Transparenz birgt, diskutiert KWI-Direktor Claus Leggewie mit Frank Schirrmacher und Manfred Schneider bei Lesart Spezial am 28. Januar im Essener Grillo-Theater. Im Zentrum stehen dabei der Sammelband „Big Data - Das neue Versprechen der Allwissenheit“ (Suhrkamp, Berlin 2013), zu dem Schirrmacher beigetragen hat, und Manfred Schneiders jüngstes Buch „Transparenztraum. Literatur, Politik, Medien und das Unmögliche“ (Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2013).

  • 2. Januar 2014, Nr. 1
Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der iranischen Gegenwartsliteratur: Shahriar Mandanipur. Für seine Werke hat der Autor bereits zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Mehregan Award und den Golden Tablet Award. Im Literarischen Salon spricht Mandanipur am 15. Januar in der Essener Buchhandlung Proust unter anderem über seinen auf Deutsch erschienenen Roman „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren“ (Unionsverlag, Zürich 2010), der die Kritiker durchweg begeistert: „Dieser brillante Roman“, schrieb etwa die NZZ, „ist eine mit bitterer Lust und scharfem Geist erledigte Demontage des von religiöser Engstirnigkeit, Korruption und Perspektivlosigkeit verkrüppelten heutigen Iran und gleichzeitig eine mit allen Mitteln der Erzähl- und Beschwörungskunst betriebene Restitution der Kultur, die dieses Land bis heute trägt und hält.”| pdf-2913]
Miriam Wienhold, 14. Nov 2017 15:01