KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Verena Keysers, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im DFG-Forschungsprojekt „Kommunikation und Demenz“


Verena Keysers
© KWI, Foto: Kurbanov


Studierte Soziologie an der Universität Duisburg-Essen

Studien- und Forschungsinteressen:
Handlungs- & Interaktions- und Kommunikationstheorien


Kommunikation/ Kultur / Existenz



„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“
(John Lennon)

Im Kontext des Projektes möchte ich der Frage nachgehen, wie es Menschen, die von der Diagnose Demenz betroffen sind, gemeinsam bewerkstelligen, ihre Lebenspraxis auf deren Folgen einzustellen.

In Lebensgemeinschaften, in denen eine dementielle Pflegesituation vorliegt, sind die Gründe für Veränderungen der gemeinsamen Alltagspraxis häufig nicht freiwilliger Natur. Vielmehr haben sie eine körperliche Grundlage, die taktgebend ist und sich gegenüber den eigenen Plänen und Wünschen relativ widerständig zeigt. Wenn alte Routinen aus körperlichen Gründen nicht mehr aufrecht zu erhalten sind, lässt sich die Umstellung der Lebenspraxis nicht aufschieben − so wie es sich bspw. aufschieben lässt, mit dem Rauchen aufzuhören. Man kann nicht warten, bis der Ernstfall ausreichend geprobt ist. Man kann Demenz verfluchen, aber nicht verbannen.

Im Rahmen der Studie möchte ich an dem täglichen Familienleben von Menschen teilnehmen, die nach der Feststellung einer Demenzerkrankung ihren Alltag fortsetzen.

Auf Grundlage persönlicher Erfahrungen mit dem „Lebbarmachen“ von den Folgen der Diagnose Demenz ist es meine Perspektive, den Prozess, den eine Demenzdiagnose in privaten Lebensgemeinschaften in Gang setzt, als andauernde und in besonderer Weise gemeinsame Leistung zu betrachten.
Helena Rose, 19. Dez 2018 10:57