KWI on Tour: „Die Nachkriegszeit im Ruhrgebiet – Vom Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder“

Die weitgehend unzerstörte Synagoge, Essen 1945
© Willy van Heekern / Fotoarchiv Ruhr Museum
Wie wurden die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs im Ruhrgebiet bewältigt und auf welche Weise wurde in der sogenannten ‚Stunde Null‘ der ökonomische, politische, kirchliche und soziokulturelle Wiederaufbau der Region in Angriff genommen? Welche Weichen-stellungen erfolgten darüber hinaus in dieser Zeit für den Durchbruch des Wirtschaftswunders zu Beginn der 50er Jahre, welche Grundlagen wurden dafür gelegt und wer waren in diesem Prozess die wichtigsten Akteure? Diesen und weiteren Fragen war die Podiumsdiskussion „Die Nachkriegszeit im Ruhrgebiet – Vom Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder“ am 11. Mai in der Essener Kreuzeskirche gewidmet. Moderiert von Friedrich Jaeger erörterten die Historiker Stefan Berger, Ulrich Borsdorf, Stefan Goch, Heinrich Theodor Grütter und Ulrich Herbert in pointierten Statements zentrale Aspekte der Ruhrgebietsgeschichte in der Nachkriegszeit. Sie verglichen die Geschichte des Ruhrgebiets mit der Entwicklung anderer europäischer Industrieregionen der Nachkriegszeit und diskutierten die Frage, ob andere Entwicklungspfade als der letztlich realisierte denkbar gewesen wären. Schließlich wurde auch die Rolle des Ruhrgebiets der Nachkriegszeit in der gegenwärtigen – öffentlichen und wissenschaftlichen – Erinnerungskultur der Bundesrepublik thematisiert.
Mit dieser Veranstaltung haben das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) und das Forum Kreuzeskirche ihre Veranstaltungsreihe fortgesetzt, mit der sie an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnerten.
Helena Rose, 27.05.15
 

Autor Szczepan Twardoch zu Gast in Essen

Szczepan Twardoch
© KWI, Foto: Georg Lukas
Szczepan Twardoch ist einer der Stars der europäischen Gegenwartsliteratur. Am 6. Mai war der polnische Autor zu Gast im Literarischen Salon in der Essener Buchhandlung Proust und sprach mit den beiden Gastgebern Claus Leggewie und Navid Kermani über seinen Roman „Morphin“ (Rowohlt, Berlin 2014). 2012 gelang Twardoch mit diesem Buch der Durchbruch: „Morphin“ wurde in Polen ein Bestseller und u.a. mit dem renommierten Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet. In „Morphin" beschreibt der 1979 in Żernica geborene Autor ebenso bitterböse wie moralisch das rauschhafte Leben des Warschauer Kommandanten Konstanty Willemann zu Zeiten der deutschen Besatzung. Twardoch erzählt eine mitreißende Heldengeschichte und erschafft gleichzeitig ein Panorama des beginnenden Zweiten Weltkriegs.
Der Literarische Salon in Essen findet auf Initiative des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) statt, unterstützt von der Stiftung Mercator und dem Schauspiel Essen.
Helena Rose, 18.05.15
 
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