KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Das KWI wünscht einen schönen Sommer & einen kühlen Kopf!

KWI-AusflugI
© KWI, Foto: Armin Flender
Kurz bevor die Hitze über das Ruhrgebiet hereinbrach, besuchte das Kollegium des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) die Zeche Nordstern in Gelsenkirchen und erhielt dort eine unterhaltsame Führung über die nördlichste Zeche des Ruhrgebiets, die ihren Betrieb 1982 einstellte. Auch das KWI fährt nun seine Aktivitäten herunter - allerdings nur für die akademische Sommerpause. Während einige KWI-Fellows ihr Forschungsinteresse auf die Entdeckung neuester Eissorten ausweiten und Feldforschung zum Thema "Wie bewahre ich einen kühlen Kopf?" betreiben, entsteht derweil der aktuelle Leporello. Ab Oktober informiert Sie der druckfrische KWI-Veranstaltungskalender über sämtliche Veranstaltungen, Tagungen und Vorträge des KWIs. Des Weiteren erscheint im Herbst eine neue Ausgabe des KWI-Working Papers (KWI). Der Beitrag des KWI-Fellows Britta Acksel beschäftigt sich mit Strategien gegenwärtiger Nachhaltigkeitsbemühungen aus kulturanthropologischer Perspektive. Wir sind gespannt auf ein vielseitiges Herbst-Programm und freuen uns, Sie ab Anfang September wieder an unserem Haus begrüßen zu dürfen!
Johanna Buderath, 03.08.18
 

Die inhaltliche Neuausrichtung des KWI


Das KWI packt an.
© KWI

Das KWI hat seine Themen bereits in der Vergangenheit in der Auseinandersetzung mit den Themen seiner Fellows und Leitungen immer wieder neu ausgerichtet. Zum 1. April 2018 hat die Literaturwissenschaftlerin Julika Griem ihr Amt als neue Direktorin angetreten. Mit dem Wechsel wird die Forschung in vier neuen Feldern organisiert: Unter dem Stichwort Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung soll untersucht werden, welche Rolle Sprache, Symbole, Bilder und Medien für die Selbstbeschreibung und Organisation der Wissenschaft spielen. Im Feld Kultur- und Literatursoziologie fragen wir danach, wie mit überzeugend kombinierten Methoden und Theorien Daten und Erkenntnisse gewonnen werden können, mit denen philologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen verbunden werden können. Die Sektion Wissenschaftskommunikation widmet sich der Analyse aktueller Vermittlungsprobleme angesichts der Herausforderung einer populistischen Wissenschaftsskepsis. Ein Lehr-Labor soll dazu genutzt werden, neue geistes- und kulturwissenschaftliche Formate und Veranstaltungstypen zu entwickeln, die auch an anderen Hochschulen als Prototypen forschungsorientierter Lehre weiter modifiziert werden können.

In den letzten Jahren haben sich am KWI verschiedene Forschungsbereiche erfolgreich etabliert, die in die neue Institutskonzeption integriert werden und ihre Arbeit unter Julika Griems Leitung fortsetzen. Zu diesen gehören u. a. die Projekte, die unter den Stichworten Partizipationskultur und Kommunikationskultur zu finden sind sowie Einzelprojekte unter dem Punkt „Weitere Forschungsprojekte“.

Ins Zentrum der künftigen Institutsarbeit rückt die Reflexion kulturwissenschaftlicher Forschung selbst: Was kann es heute heißen, Kulturwissenschaft zwischen disziplinären und interdisziplinär organisierten Wissensformationen zu betreiben? Mit welchen Relevanz-Erwartungen und Sinnstiftungs-Anforderungen ist sie konfrontiert? Wie definiert sie ihre Form von Kritik und Kommentar; ihre Routinen des Lesens und Schreibens, Zeigens und Argumentierens? Unter welchen sozialen und ökonomischen Bedingungen vollzieht sich unsere Arbeit? Welche Systemzwänge, Förderlogiken und ungewollten Effekte beeinflussen unsere kulturwissenschaftliche Forschung? Und kann man diese schließlich so analysieren, dass sie sich gegebenenfalls verändern und verbessern lassen? Mit diesen Fragen nach den praktischen und epistemischen Voraussetzungen, Grundlagen und Folgen unserer Arbeit am KWI markiert das Institutsteam einen wissenschafts- und hochschulpolitischen Schwerpunkt, den es kulturwissenschaftlich zu schärfen gilt. Gerade als Teil der Universitäts-Allianz Ruhr (UAR) und seines vielschichtigen institutionellen Gefüges sehen wir die Möglichkeit, zu offenen und furchtlosen Diskussionen unserer Arbeitsverhältnisse und ihrer gesellschaftlichen Folgen einzuladen. Eine besondere Rolle wird dabei die Lage junger Kolleginnen und Kollegen spielen, für die das KWI als Treffpunkt und Diskursarena bereit steht.

Ein weiteres Feld, in dem sich das KWI künftig noch stärker engagieren wird, stellt schließlich das hauseigene literarische Programm dar. Dieses wird mit den vielen erfolgreichen Veranstaltern und Veranstalterinnen in der Region sorgfältig abgestimmt werden, um Bestehendes behutsam um Neues zu ergänzen. Wir freuen uns, dass mit der Buchhandlung „Proust“ und der Literarischen Gesellschaft Ruhr bereits aussichtsreiche Kooperationen vereinbart werden konnten. Für den kommenden literarischen Herbst und Winter haben Joshua Cohen, Michael Lentz und Felicitas Hoppe bereits ihren Besuch im KWI angekündigt.

Den offiziellen Einstand von Julika Griem und den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte das KWI gern mit möglichst vielen Gästen am 10. Oktober 2018 feiern. Über das Programm werden Sie rechtzeitig auf dieser Seite informiert; wie auch über alle weiteren Neuerungen, die in den nächsten Monaten auf der neugestalteten Webseite des KWI dokumentiert sein werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und auf eine gute Zusammenarbeit im Ruhrgebiet!
Helena Rose, 02.08.18
 
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