KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

NEU: Studie zu Corporate Volunteering


Eine neue Studie des KWI zeigt: Freiwillige Mitarbeitertageseinsätze fördern die Engagementkultur
Corporate Volunteering, das betrieblich geförderte freiwillige Engagement der Belegschaft für gemeinnützige Zwecke, ist für MitarbeiterInnen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen ein Gewinn. Dies zeigt die neu erschienene KWI-Studie "Corporate Volunteering als Beitrag zur Entwicklung einer Engagementkultur in deutschen Unternehmen?" Im Rahmen des Bremer Day of Caring wurden in einer Online-Erhebung 120 Personen nach ihren Motiven, ihrer Zufriedenheit und den Wirkungen des freiwilligen Tageseinsatzes befragt. Der größte Teil der Befragten hatte zuvor an Tageseinsätzen teilgenommen, bei denen sie beispielsweise Gartenarbeiten verrichteten, Räume renovierten oder Ausflüge mit HeimbewohnerInnen unternahmen. Nach Studien aus den Jahren 2007 und 2013 wurden nun auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt, die keinem Tageseinsatz beigewohnt hatten. Darüber hinaus wurden Vergleichsdaten aus den Jahren 2008 und 2009 hinzugezogen. Die Studie des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) zeigt: Unternehmensgefördertes Mitarbeiterengagement fördert das Betriebsklima und führt zu einer verbesserten Beziehung zwischen Unternehmen und Belegschaft. Zudem werden Angestellte durch solche Aktionen motiviert, sich auch in ihrer Freizeit zu engagieren. Die vollständige Studie finden Sie zum Download frei verfügbar unter dem folgenden Link.
Miriam Wienhold, 17.01.18
 

Der Wissenschaftler als Filmheld


Eher schrulliger Einstein oder Typ Indiana Jones? Petra Pansegrau und Stefan Schweiger diskutieren über Wissenschaftlerstereotype auf der Leinwand.
© KWI, Foto: A. Muchnik
Mehr als 200 Filme des 20. Jahrhunderts hat Petra Pansegrau (Uni Bielefeld) auf ihre Darstellung des Wissenschaftlers hin geprüft. Die drei Hauptmotive der Wissenschaftlerstereotype stellte sie in unserer CineScience-Reihe im Filmstudio Glückauf dem interssierten Publikum vor. KWI-Fellow Stefan Schweiger hatte sie eingeladen über Wissenschaftler als Filmhelden zu referieren und übernahm die Moderation des Abends.
„Die Medien lieben exzentrische Wissenschaftler, das sehen wir auch an realen Personen“, so Pansegrau. Folgerichtig sind Wissenschaftlertypen wie in „Zurück in die Zukunft“ ein Erfolgsmodell: Exzentrisch, gutmütig, genial, ein schrulliger Einstein oder Typ wie Daniel Düsentrieb. „Selbstverständlich sind die Wissenschaftler im Film allerdings nicht deckungsgleich mit der Realität“, verdeutlichte die Medienwissenschaftlerin. Indiana Jones vertritt demgegenüber einen ganz anderen Typus Forscher: Den Wissenschaftler als Helden und Abenteurer. Seine mediale Interpretation führt Pansegrau zurück auf die Abenteuergeschichten des Schriftstellers Jules Verne („20.000 Meilen unter dem Meer“). Attraktiv, optimistisch und euphorisch, löst dieser Typus große Rätsel und rettet heldenhaft in körperbetontem Aufzug hübsche Frauen – ein vor allem an der Kinokasse erfolgreicher Stereotyp, der sich allerdings auch in pseudo-wissenschaftlichen Fernsehformaten wie „Galileo“ (Pro7) niederschlägt. "Wissenschaft ist abenteuerlich und braucht ganze Kerle, das ist der Sinngehalt solcher Darstellungen", erklärte Pansegrau.
Diesen beiden positiven Darstellungen stehe der dritte Typus gegenüber, der des skrupellosen Wissenschaftlers als Bösewicht, der oftmals Opfer seiner eigenen Forschung wird, wie in Mary Shelleys "Frankenstein". Pansegrau zeigte dazu den KLassiker "Die Fliege" sowie den Streifen "DNA - Die Insel des Dr. Moreau" mit Marlon Brando als "mad scientist". Für die Filmwissenschaftlerin spielen diese Darstellungen mit dem diffusen Unbehagen des Zuschauers über Wissenschaft, die sich dem eigenen Kenntnishorizont entzieht, unkontrollierbar erscheint oder in die falschen Hände gerät.
Doch gleich, welcher Forschertypus im Film verhandelt wird - meist ist er weiß und männlich, ein durchaus überarbeitungswürdiges Motiv.
Miriam Wienhold, 15.01.18
 
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