KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

KWI on Tour: Essen in der Stadt – Über urbane Lebensmittelproduktion


Urban Garden
© pixabay
„Lebensmittelproduktion in der Stadt“ war das Thema des dritten Abends der Reihe „Esskultur“, zu dem das Café [....] raum und das KWI am 17.5. in Witten eingeladen hatten.
Urbane Agrikultur ist seit einigen Jahren ein regelrechter Hype. Vom einzelnen kleinen Beet über Gemüse vom Dach des Supermarkts bis hin zu Fischzucht mit Hilfe neuer Technik (Aquaponik) – die Menschen bauen wieder Gemüse mitten in der Stadt an. An sich nichts Neues, wie Britta Acksel, KWI-Fellow im Forschungsbereich PartizipationsKultur in ihrem Vortrag erklärte, denn Lebensmittelproduktion in der Stadt war in den Nachkriegsjahren weit verbreitet. Zur Zeit des Wirtschaftswunders hat das Image der Selbstversorgung jedoch eher gelitten.
Heute bekommt das Thema wieder viel Aufmerksamkeit und es gibt eine Vielfalt an Initiativen, die – die es als private Freizeitbeschäftigungen, Start-up-Gründungen oder als Bildungsprojekte konzipiert – unterschiedlichste Ansätze verfolgen. Ob solidarische Landwirtschaft („Solawi“) auf einem Hof in Essen, Pilzzucht auf Kaffeesatz aus Wiens Kaffeehäusern oder städtische Grünflächen wie in der „essbaren Stadt“ Andernach – anhand zahlreicher Beispiele wurde deutlich: an unserem Ernährungssystem etwas zu ändern ist vielen Menschen ein Anliegen.
Kann dies gelingen? Einen Beitrag zur Veränderung des Ernährungssystems leisten all diese Projekte, unterstrich die Referentin. Dabei gehe es nicht darum die Städte zu ernähren, sondern durch Bildungsarbeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Veränderungen hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil in vielen Bereichen möglich sind.
Die Reihe „Esskultur – Perspektiven auf Geschmack und Ernährung in einer globalisierten Welt“ ist eine Kooperation zwischen [....] raum e.V. und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Im Mittelpunkt steht der Geschmack. Der nächste Termin findet am 05. Juli 2018 um 19:30 Uhr am KWI statt.
Dennis Arnold, 22.05.18
 

Islam und Moderne - Ein Widerspruch?


Marwan Abou Taam, Mouhanad Korchide und der Moderator Aladdin Sarhan (v. li.)
© Copyright KWI, Foto: Alexander Muchnik
Durch die Migration von Muslimen nach Europa hat die Frage nach einer Vereinbarkeit von Islam und Moderne noch mehr an Gewicht gewonnen. Auch in Deutschland sind muslimische Intellektuelle bestrebt, neue Konzepte im Verhältnis und Kompromisse zwischen „religiös“ und „weltlich“ zu wagen und humanistisch geprägte, theologische Zugänge zu schaffen, die eine Versöhnung zwischen Islam und Moderne ermöglichen. Bislang waren diese Bestrebungen sowohl in islamisch geprägten Gesellschaften als auch in der europäischen Diaspora jedoch nur von begrenztem Erfolg. Warum ist das so und wie kann ein zeitgemäßes Islamverständnis aussehen? Dieser Frage ging das Symposion "Islam und Moderne" am 17. Mai 2018 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) nach. Eingeladen hatten das KWI unter Federführung von Friedrich Jaeger, das Muslimische Forum Deutschland (MFD) und die Evangelische Akademie im Rheinland.
Aus interreligiöser, soziologischer und theologischer Perspektive setzten sich Marwan Abou Taam vom Muslimischen Forum Deutschland und der Islamwissenschaftler Mouhanad Korchide vom Zentrum für Religiöse Studien, Münster, mit einem zeitgenmäßen Islamverständnis auseinander. Der Abend schloss mit einem Vortrag des ehemaligen KWI-Direktors Jörn Rüsen zu „Religion im säkularen Kontext der Moderne – Konfliktpotentiale und Humanisierungschancen."
Miriam Wienhold, 18.05.18
 
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