KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Ernährungsdemokratie Jetzt!


Rund hundert Gäste kamen ins KWI, um über die Zukunft unserer Ernährung zu diskutieren.
© KWI, Foto: S. Kurbanov, eventfotograf.in
Vergangenen Freitag war der Filmemacher Valentin Thurn am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) zu Gast und zeigte seinen Film „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“. Die rund hundert Interessierten waren nicht nur Zeuge einer Keynote des Staatssekretärs Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW sowie einer spannenden Podiumsdiskussion, sondern brachten sich aktiv mit ihren Fragen und Anmerkungen ein. Christine Pohl (Mitgründerin des Berliner Ernährungsrats), Bruno Prado (Mitglied im Rat für Ernährungssicherheit des Bundesstaates Rio de Janeiro), Mark Winne (Mitgründer mehrerer Food Policy Councils Johns Hopkins University, USA), Leon Ballin, Manager des Sustainable Food Cities Network & Soil Association, UK) und Wayne Roberts, Food Policy Council Toronto (Kanada) lieferten viele unterschiedliche Perspektiven auf die Ernährungsproblematik. Am Ende stand die Erkenntnis, dass man mit nachhaltiger Ernährung an einem ähnlichen Anfangspunkt stehe wie zu Beginn der Energiewende zu Zeiten der Anti-AKW-Bewegung Anfang der 1980er Jahre.
Miriam Wienhold, 14.11.17
 

Was kann ‚Kreativität’/ Was soll ‚Kritik‘?


Den Auftakt zur Konferenz machte der Kunstsoziologe Ulf Wuggenig
© KWI, Foto: A. Muchnik
Von der Künstlerkritik zur Kritik an der Kreativität“ lautete der Titel der Konferenz des Promotionskollegs „Die Arbeit und ihre Subjekte“ der Universität Duisburg-Essen (UDE), die im Oktober im Gartensaal des KWI stattfand. Zum Auftakt sprach der Kunstsoziologe Ulf Wuggenig über „Die Rhetorik der Kreativität“, wobei er die Facetten des Kreativitätsbegriffs über zeitliche und räumliche Achsen hinweg nachzeichnete. Es folgten zwei intensive und vielseitige Konferenztage, an denen die ReferentInnen in ihren Beiträgen alternative Genealogien und Perspektiven auf ‚Kreativität’ vorstellten und diese anhand von Fallbeispielen aus Literatur, Kunst, Philosophie, aus dem Arbeits-, Konsum- sowie Schulalltag diskutierten. Die Vorträge und anschließenden Diskussionsrunden thematisierten vor allem Subjektivierungspraktiken, Formen der (kreativen) Arbeit, Verkörperungen und Ideologien, sowie Möglichkeiten und Strategien der Kritik. Im Hinblick auf das Kritikpotential von Kreativität präsentierten zwei Beiträge mittels auditiver Medien Beispiele einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den besprochenen Themen und ließen zugleich einen kritischen Kommentar aus dem praktischen Feld in die Konferenz einfließen. Im abschließenden gemeinsamen Workshop-Gespräch mit VertreterInnen der Precarious Workers Brigade bot sich weiterhin die Möglichkeit den Bezug von ‚kreativer Arbeit’ zu wissenschaftlichen Tätigkeiten herzustellen und die Frage nach Solidarität aufzuwerfen.
Die interdisziplinären Perspektiven der TeilnehmerInnen aus dem wissenschaftlichen Bereich und die Positionen der VertreterInnen aus der künstlerischen und gewerkschaftlichen Praxis bereicherten die Diskussion ungemein; sie machten deutlich, wie differenziert mit Konzepten von ‚Kreativität’ gearbeitet werden muss und wie dennoch zahlreiche produktive Verknüpfungspunkte zwischen den Arbeitsbereichen bestehen, die gefördert werden sollten. Um den Dialog, der durch die Konferenz angestoßen wurde, fortzuführen, planen die VeranstalterInnen die Publikation eines Sammelbands. Weitere Informationen zu den ReferentInnen und zum geplanten Band finden Sie auf den Seiten des Promotionskollegs.
Miriam Wienhold, 09.11.17
 
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