KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Festakt zum Amtsantritt von Julika Griem als neuer Direktorin des KWI


KWI-Direktorin Julika Griem mit Ulrich Radtke, Rektor der UDE (li) sowie Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund (re)
KWI-Direktorin Julika Griem mit Ulrich Radtke, Rektor der UDE (li) sowie Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund (re) © KWI, Foto: S. Kurbanov
Mit zahlreichen Gästen aus der Wissenschaft, der Kultur, von Stiftungen und aus der Stadtgesellschaft feierte das KWI am Mittwoch in einem Festakt den Amtsantritt der neuen Direktorin Julika Griem. Sie zeigte sich in ihrer Begrüßung überzeugt davon, dass das KWI nach einer Phase der Konsolidierung und Restrukturierung gut aufgestellt sei, um mit neuen Forschungsschwerpunkten im Sinne eines Institutes For Advanced Studies zu arbeiten und unterstrich, dass das KWI in Zukunft ein offenes Haus für Kooperationen mit Partnern aus Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen sein werde. Für die Universitätsallianz Ruhr (UAR) betonten Ursula Gather (Rektorin, TU Dortmund), Ulrich Radtke (Rektor, Universität Duisburg-Essen) sowie Kornelia Freitag (Prorektorin, Ruhruniversität Bochum) die Verbundenheit der Hochschulen mit dem KWI und zeigten sich erfreut über neue Möglichkeiten und Chancen einer zukünftigen engen Zusammenarbeit.
Moderiert von Jan Wilm (KWI) vermaßen die gebürtigen Essener Autoren Marion Poschmann und Marc Degens in einer Gesprächsrunde ihre Heimat Ruhrgebiet und zeigten anhand einer Lesung verschiedener literarischer Beispiele aus ihrem Werk, welche Rolle diese Heimat und die Ruhrgebietssozialisation für beide bei ihrem Schreiben spielen. In einer zweiten Diskussionsrunde sondierten Hanna Engelmeier (KWI) gemeinsam mit Julika Griem und dem Wissenschaftssoziologen David Kaldewey (Universität Bonn) die materiellen und symbolischen Räume, in denen Wissenschaft heute stattfindet, und diskutierten über das spannungsreiche Verhältnis des von vielen gebrauchten Schlagworts des Leuchtturms als Zeichen für exzellente Spitzenforschung und Kreativität sowie der architektonischen „Brandschutzatmosphäre“ von Universitäten und ihrem Interieur der „Stahlmöbel im Wartesaalstil“.
Das Kulturwissenschaftliche Institut dankt allen Gästen für ihr Interesse und ihr Kommen sowie dem Museum Folkwang für die freundliche Unterstützung und freut sich auf die weitere gute Zusammenarbeit im Ruhrgebiet.
Eine Bildergalerie des Festakts finden Sie auf den Facebookseiten des KWI. Mehr zur Neuausrichtung des KWIs lesen Sie hier.
Miriam Wienhold, 12.10.18
 

Die Suche:X - Endlagersuche in Deutschland


SUCHE:X
© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE)

Deutschland ist auf der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Abfall bis zum Jahre 2031. Dabei handelt es sich um eine gesellschaftliche Aufgabe ersten Ranges, schließlich wird eine Lagerstätte für eine Millionen Jahre und damit rund 40.000 Generationen gesucht. Im Jahr 2015 hat eine Kommission des Deutschen Bundestags Eckpunkte für einen neuartigen und in dieser Form einzigartigen Beteiligungsprozess entwickelt (2013 wurde mit dem Standortauswahlgesetz die Grundlage für die Arbeit der Kommission geschaffen). Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat nun erstmalig einen Konzeptentwurf für die Umsetzung des Beteiligungsprozesses vorgelegt. Am 17.09.18 fand dazu ein Expertenhearing des BfE im Berliner Tagungswerk statt, zu welchem Patrizia Nanz (IASS Potsdam), Michael Zschiesche (UfU Berlin) und Rüdiger Goldschmidt (ZIRIUS Uni Stuttgart) eingeladen wurden. Jan-Hendrik Kamlage, Leiter des Forschungsbereichs Partizipationskultur, war als Experte und Vertreter des KWI eingeladen. Zudem waren Vertreterinnen und Vertreter des Nationalen Begleitgremiums (NBG) sowie des Vorhabenträgers, der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) und der Ministerien und interessierte Öffentlichkeit anwesend.

Das Beteiligungsverfahren zur Endlagersuche sei ein einzigartiger Prozess ohne historisches Vorbild und damit „unentdecktes Land“, so Kamlage. Auch die Beteiligungsforschung gerate da an ihre Grenzen. Ein integriertes Vorgehen, bei welchem eine systemische Perspektive einzunehmen sei, wäre ratsam. Die Kombination verschiedener Beteiligungsformate (online, face-to-face) sei notwendig und sollte in Kampagnen eingebunden werden. Dies müsse nach allgemeinen Gerechtigkeitsmaßstäben (Unparteilichkeit des Verfahrens, Transparenz und Publizität) und kontextsensibel erfolgen. Die Planbarkeit gestalte sich überaus schwierig, so Jan-Hendrik Kamlage. Der Forschungsbereich Partizipationskultur am KWI ist eines der ersten wissenschaftlichen Kompetenzzentren zum Thema strukturierte, dialogorientierte Formen der Partizipation und Bürgerbeteiligung in Deutschland. Unter der Leitung von Jan-Hendrik Kamlage erforscht der inter- und transdisziplinär arbeitende Forschungsbereich praxisnah und formatübergreifend die Gestaltungsparameter, Bedingungen und Wirkungen dialogorientierter Beteiligung in gesellschaftlich relevanten Themenfeldern.

Aktuelle Informationen rund um den Prozess finden Sie auf den Seiten des BfE.
Dennis Arnold, 05.10.18
 
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