Neuer Jahresbericht erschienen

KWI Bericht 2012/2013
Der neue Jahresbericht des Kulturwissen-schaftlichen Instituts Essen (KWI) über die Jahre 2012/2013 ist erschienen. Der Bericht informiert ausführlich über die Forschung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts in den verschiedenen Forschungsschwerpunkten und zugehörigen Projekten.
Darüber hinaus dokumentiert er die im Institut entstandenen Publikationen, die Veranstaltungen der vergangenen zwei Jahre und den Dialog des Instituts mit Kultur und Öffentlichkeit. Der Jahresbericht kann ab sofort in der Geschäftsstelle in der Goethestraße 31 abgeholt werden und steht hier als PDF zum Download bereit.
Verena Schreiber, 23.07.14
 

Buchvorstellung und Diskussion: Ulrich Herbert „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“

Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert

Deutschland im 20. Jahrhundert — das sind zwei Weltkriege, eine gescheiterte Demokratie, Hitler-Diktatur und Holocaust, ein 40 Jahre lang geteiltes Land. Aber es ist auch Sozialstaat, Wohlstand, Liberalisierung und Globalisierung, eine erfolgreiche Demokratie und die längste Friedensperiode der europäischen Geschichte. Ulrich Herbert, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, analysiert dieses ungeheure Jahrhundert in seinem neuen Werk „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ (C.H.Beck Verlag, München 2014). Der renommierte Historiker stellte am 8. Juli im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) sein Buch im Gespräch mit KWI-Direktor Claus Leggewie vor. In der Diskussion ging es auch um leichte Verschiebungen historischer Zäsuren. So ist für Herbert das Jahr 1942 ein Fixpunkt für die Wahrnehmung des deutschen 20. Jahrhunderts. Im Sommer dieses Jahres begann mit der ‚Aktion Reinhard‘ die systematische Vernichtung der Juden in Polen und somit der von Herbert und vielen anderen als ‚Tiefpunkt‘ deutscher Geschichte beschriebene Holocaust. Für den Autor steht daher die Frage im Mittelpunkt seiner Untersuchung, wie ein Land, das um 1900 zu den aufstrebenden und vielversprechendsten Nationen Europas gehörte und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ebenfalls ein erfolgreiches und international anerkanntes Land geworden ist, zu diesem ‚Tiefpunkt‘ in der Mitte dieser Zeitspanne kommen konnte. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Gartensaal im KWI machte die nach wie vor große Bedeutung dieser Frage sichtbar. Herbert distanziert sich damit von der häufig benutzten Formel eines ‚kurzen‘ Jahrhunderts, das von 1914 bis 1989/1991 reiche und weitet den zeitlichen Zugriff auf diese Epoche weiter aus, von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart hinein. Herberts Buch erscheint als Teil einer Reihe von Einzeldarstellungen europäischer Nationen im C.H. Beck Verlag.
Verena Schreiber, 15.07.14
 
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