KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Workshop: Kommunkikation an den Grenzen - Grenzen der Kommunikation


Plakat zum Workshop

Der Arbeitskreis Kommunikativer Konstruktivismus am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) hatte mit Unterstützung der Sektion Wissenssoziologie der DGS renommierte WissenschaftlerInnen aus der Soziologie, der Kommunikationswissenschaft und der Kultur- und Sozialanthropologie nach Essen eingeladen, um über die Grenzbereiche von Kommunikation zu diskutieren und somit auch zu prüfen, welche Perspektiven und Möglichkeiten der Kommunikative Konstruktivismus für die interpretative Sozialforschung eröffnet und welche wiederum diese für den Kommunikativen Konstruktivismus. Eröffnet wurde der Workshop mit einem Grußwort von Armin Flender, der als Geschäftsführer des KWI die Vortragenden und die zahlreichen ZuhörerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz willkommen hieß, dann auf die Neuausrichtung des Instituts hinwies und diese erläuterte. Es folgten einführende Vorträge von Michaela Pfadenhauer (Universität Wien), Vorsitzende der Sektion Wissenssoziologie, Jo Reichertz (Leiter des Forschungsbereichs „KommunikationsKultur“ am KWI) und Jonas Eickhoff (Münster).
Der Workshop fand am 16. und 17. November 2018 im KWI statt. Einen ausführlicheren Tagungsbericht finden Sie hier.
Helena Rose, 19.12.18
 

"1968 - Politik und Popkultur" - Vortragsabend in der Kreuzeskirche Essen


Detlef Siegfried sprach über den Zusammenhang zwischen Popkultur und Politik 1968.
© KWI
Die popkulturellen Strömungen der 60er Jahre standen im Fokus eines Abends in der Kreuzeskirche Essen, an dem zwei Historiker aus unterschiedlichen Blickwinkeln referierten. Während Detlef Siegfried der Frage nachging, wie von den Akteuren des Jahres 1968 ein Zusammenhang zwischen Popkultur und Politik hergestellt wurde, untersuchte Bodo Mrozek, wie sich der für die Zeit typische Sound musikgeschichtlich charakterisieren lässt und inwiefern er die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der Zeit spiegelt.
Politische Haltungen im traditionellen Sinne waren mit der Beatmusik der 60er Jahre eher nicht verbunden, ihre affektiven Aspekte verliehen ihr dennoch revolutionäres Potential, wie Siegfried herausstellte. Gerade in seiner Deutungsoffenheit war beispielsweise der Beat ein Medium gegen den Sinnzwang, mit dem man sich von der älteren Generation abgrenzen wollte. In linken Zirkeln galt die aufstrebende Popmusik im Sinne Adornos und Horkheimers als Teil der allgegenwärtigen Kulturindustrie. Erst in den späten 60ern wurden die Texte politischer und viele Musiker begannen selber zu schreiben und ihre Musik zu produzieren. Bodo Mrozek betonte zu Beginn seines Vortrags, dass das Fernsehen unser Bild von ’68 stark geprägt habe. Man denkt zwar an junge Männer auf Demos und politischen Pop, kaum jemand hat aber vor Augen, dass einer der Nr.1 Hits des Jahres 1968 in Deutschland Heintjes „Heidschi Bumbeidschi“ war. Anhand von Klangbeispielen ging Mrozek in seinem Vortrag im Folgenden den Sounds der Zeit auf den Grund und analysierte verschiedene Gitarren-Schemata, Soundeffekte und Eigenarten beispielsweise der psychedelischen Rockmusik, in denen sich die Auflösung klarer gesellschaftlicher Strukturen und der Protest gegen den Vietnamkrieg spiegelt, wie bei der von Jimi Hendrix‘ zum „Lärminferno“ gesteigerten legendären Interpretation der US-Hymne.
Die Veranstaltung fand am 19.11.2018 statt und war eine Kooperation des Forums Kreuzeskirche Essen, dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und der Initiative Europäische Horizonte.
Helena Rose, 17.12.18
 
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