KWI on Tour: Vortrag und Konzert: „All Streit will sich in Einklang finden“

Essener Kreuzeskirche, © Tuxyso / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0
Essener Kreuzeskirche, © Tuxyso / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0
Nachdem im vergangenen Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gedacht worden ist, jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Essener Forum Kreuzeskirche machte im Rahmen einer Veranstaltung am
26. April den Versuch, zwischen diesen beiden Jahrestagen eine Brücke zu schlagen – wissenschaftlich und musikalisch. Der Historiker Jörg Echternkamp setzte sich im Rahmen seines Vortrags mit der Frage aus-einander, ob die Epoche zwischen 1914 und 1945 ein zweiter Dreißigjähriger Krieg war. Das Für und Wider dieser in der Geschichtswissenschaft kontrovers diskutierten These eines „Zweiten Dreißigjährigen Krieges“ zwischen 1914 und 1945 legte Echternkamp im Rahmen seines Vortrags souverän abwägend dar. Er gelangte zu dem Schluss, dass nicht zuletzt die Einzigartigkeit des Holocaust einer wissenschaftlichen Analogie- und Kontinuitätsbildung zwischen den beiden Weltkriegen, wie sie mit der Rede von einem Zweiten Dreißigjährigen Krieg nahegelegt werde, Grenzen setze. Eingerahmt wurde der Vortrag von zwei Konzerteinlagen unter der Leitung von Stefanie Westerteicher. Aufgeführt wurden Werke von Don Carlo Gesualdo (1566-1613), Heinrich Schütz (1585-1672), Rudolf Mauersberger (1889-1971) und Hugo Distler (1908-1942), also bewusst von Musikern aus der Zeit der ‚beiden‘ Dreißigjährigen Kriege.
Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) statt. Am 11. Mai findet mit der Podiumsdiskussion „Die Nachkriegszeit im Ruhrgebiet - Vom Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder“ eine weitere gemeinsame Veranstaltung des KWI und des Forums Kreuzeskirche in der Essener Kreuzeskirche statt.
Helena Rose, 29.04.15
 

Tagung: What does Philosophy Owe to its History? The Relation of Historical and Systematic Perspectives

Philosophie
© KWI, Foto: Susanne Pahl
Welche Rolle spielt die Geschichte der Philosophie für unseren heutigen Umgang mit philosophischen Fragen? Diese Frage steht im Zentrum der internationalen Tagung "What does Philosophy Owe to its History? The Relation of Historical and Systematic Perspectives", die vom 23. bis 25. April unter der Leitung von Marcel van Ackeren am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) stattfindet. In der Forschungspraxis zeigen sich unterschiedliche Reaktionen auf die Frage nach dem Verhältnis von historischer und aktueller Perspektive in der Philosophie: Einige Philosophen konzentrieren sich auf den historischen Kontext ohne aktuelle Debatten zu berücksichtigen. Andere diskutieren aktuelle Debatten ohne sich auf die Philosophiegeschichte zu beziehen. Eine dritte Gruppe, zu der eine steigende Anzahl von Philosophen zählt, versucht, die historische Perspektive mit einer aktuellen oder systematischen Perspektive zu verbinden. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Tagung gehen diesem Spannungsverhältnis, das insbesondere seit dem Aufkommen der analytischen Philosophie kontrovers diskutiert wird, in Vorträgen und Diskussionen nach.
Susanne Pahl, 23.04.15
 
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