KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Pressemeldung Abschlusskonferenz Projekt „Mentalitäten und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“


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© Projekt Virtuelles Institut, Zeichnung Ina Lohner

Die Energiewende war nach der Fukushima-Katastrophe politischer und auch gesellschaftlicher Konsens. Doch seit einigen Jahren ist das politische Großprojekt zum Gegenstand hochkontroverser gesellschaftlicher Debatten geworden. Dies gilt auch für Nordrhein-Westfalen, eine der industriestärksten Regionen Europas, in der sich die Interessenlagen und individuellen Einstellungen in Bezug auf die Energiewende regional divers und sozial wie ökonomisch hochkomplex gestalten. Zudem gibt es selbst bei Befürwortern der Energiewende häufig eine Lücke zwischen Wissen und Handeln, bei der trotz besseren Wissens im Alltag häufig unökologisch und ressourcenintensiv entschieden und gehandelt wird.
Dieser Problemkomplex bildete die Ausgangslage für das Projekt „Mentalitäten und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“, in dessen Rahmen in den letzten zwei Jahren sozial- und kulturwissenschaftliche sowie psychologische Aspekte der Energiewende auf Ebene der Individuen und Haushalte in den Blick untersucht wurden.
Die Abschlusskonferenz am 10. Mai 2017 gab nun Gelegenheit die Ergebnisse des Projekts Revue passieren zu lassen und mit Interessierten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung zu diskutieren. Eingeladen hatte das Forschungszentrum Jülich, welches auch die Projektkoordination innehat. Die im Rahmen des sogenannten Virtuellen Instituts (VI) „Transformation – Energiewende NRW“ am Projekt beteiligten Institutionen, Forschungszentrum Jülich, Hochschule Bochum, KWI, RWTH Aachen und Wuppertal Institut, stellten hier die Erkenntnisse ihrer Teilprojekte zur Diskussion. Neben einer Basiserhebung, die auch milieu- und regionalspezifische Unterschiede dazu in den Blick nahm, wie die nordrhein-westfälische Bevölkerung über die Energiewende denkt und sich im Alltag verhält, befassten sich andere Teilprojekte mit Reboundeffekten, lokalen Wahrnehmungsunterschieden bei unterschiedlichen Akteursgruppen, Diffusionsprozessen im Bereich Heizung sowie mit der partizipativen Entwicklung einer „Wunschwende“ für das Jahr 2030 unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.
Eine Paneldiskussion gab Gelegenheit zum intensiven Austausch zwischen den Partnerinstitutionen sowie mit dem interessierten Publikum. Das Projekt wurde vom Landesministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung gefördert. Die Ergebnisse werden innerhalb des nächsten Jahres im Rahmen eines Sammelbands veröffentlicht.
Dennis Arnold, 22.05.17
 

Neues Projekt zu Ubuntu und sozialer Gerechtigkeit


Normative Debatten über Gerechtigkeit um alternative intellektuelle Traditionen zu erweitern ist Ziel des KWI-Teilprojekts.
© pixabay.com
Ein neues Projekt des KWI-Forschungsbereichs InterKultur befasst sich mit Gerechtigkeitskonzeptionen aus postkolonialen Kontexten im globalen Süden. Theorien der Gerechtigkeit sind zunehmend transnational orientiert und beanspruchen damit normative Geltung für Menschen unabhängig von ihrem soziokulturellen und geopolitischen Standort. Dennoch ist die wissenschaftliche Debatte über Gerechtigkeit bis dato weitgehend von europäischen und angloamerikanischen Autorinnen und Autoren dominiert. Unter der Leitung von Ina Kerner und Franziska Dübgen analysieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Victor Nweke und Kawther Karoui den südafrikanischen Diskurs über Ubuntu und die arabisch-islamische Diskussion über Gerechtigkeit im Maghreb, um die normative Debatte über Gerechtigkeit um alternative intellektuelle Traditionen zu erweitern. Die transkulturelle Herangehensweise des Forschungsprojekts verspricht einen systematischen Beitrag zu den emergenten Forschungsfeldern der Komparativen Politischen Theorie und der Postkolonialen Politischen Theorie. Das Teilprojekt zur Diskussion über Gerechtigkeit im Maghreb ist an der Universität Kassel angesiedelt. Das Teilprojekt am KWI ist dem Thema „Ubuntu und der Kampf für soziale Rechte“ gewidmet.
Johanna Buderath, 18.05.17
 
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