Der Förderverein des KWI verleiht den Dissertationspreis 2010

Dissertationspreis 2010
v.l. Jens Kroh, Birgit Apitzsch, Claus Leggewie, Norbert Jegelka, Thomas Geer und Martina Pfeiler
Welche Folgen hat die Befristung und Projektförmigkeit von Arbeit und Beschäftigung auf Lebensverläufe und soziale Integration? Wie wird Lyrik, vor allem US-amerikanische Lyrik, im Zeitalter des Computers medial verbreitet? Mit diesen Themen haben sich die beiden Trägerinnen des „Dissertationspreises Kulturwissenschaften 2010“ in ihren prämierten Dissertationen befasst. Den ersten Preis erhielt bei der Verleihung im KWI die Soziologin Dr. Birgit Apitzsch von der Universität Duisburg-Essen für ihre Arbeit „Von internen zu informellen Arbeitsmärkten? Die Auswirkung der Projektifizierung von Arbeit und Beschäftigung auf Lebensverläufe, soziale Integration und Interessenvertretung am Beispiel von Architektur und Medien“. Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Martina Pfeiler wurde für ihre an der Technischen Universität Dortmund entstandene Dissertation „Poetry goes Intermedia. U.S.-amerikanische Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert, der zweite mit 1500 Euro.
Nach der Preisverleihung diskutierten die Preisträgerinnen mit dem Institutskollegium über ihre Arbeiten und über die Lage und Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Der Verein zur Förderung des KWI hat den kulturwissenschaftlichen Dissertationspreis für herausragende Arbeiten von NachwuchswissenschaftlerInnen der Universität Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen 2010 zum zweiten Mal verliehen.
 

Families and Friends – Narratives on the Past, Present and Future

Teilnehmer der Tagung
v.l. Claudia Lenz, Jens Kroh, Lesley A. Bleakney, Sophie Neuenkirch, Harald Welzer und Sonja Kmec
Spielen Zukunftserwartungen für die Deutung der Gegenwart und die Erinnerung der Vergangenheit eine Rolle? Diese Frage stand im Mittelpunkt der internationalen Konferenz „Families and Friends – Narratives on the Past, Present and Future“, die an der Université du Luxembourg stattfand und gemeinsam mit dem Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) am KWI veranstaltet wurde. In den Diskussionen der WissenschaftlerInnen aus der Tradierungs-, Milieu- und Generationenforschung zeigte sich, dass Mann und Frau, Familien und Freunde, Ost und West sowie Arm und Reich den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel der vergangenen Jahrzehnte teilweise konträr interpretieren und unterschiedlich in ihre Erzählungen integrieren. Wie wichtig längerfristige Zukunftsentwürfe für das Erinnern der Vergangenheit sein können, wurde insbesondere am Beispiel der Narrationen von Flüchtlingen deutlich, die sich während des Asylverfahrens über mehrere Jahre hinweg betätigungslos in einem Zustand gedehnter Gegenwart befinden. Inhaltlich schloss die Tagung an das „Comparative Family History Project“ an, das berufsbiographische Familiennarrative in Deutschland, Luxemburg und den USA vergleicht.
 
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