KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Cultural Dimensions of Climate Change and the Environment in North America

Teilnehmer/ Cultural Dimensions of Climate Change
© KWI / Nele Fabian
Auf der Ebene der kulturellen Repräsentation und Bearbeitung des Klimawandels zeichnet sich Nordamerika durch ein besonders breites Spektrum aus. Während in Europa sogenannte Klimaskeptiker weitgehend marginalisiert sind und kaum Einfluss auf die etablierte Politik haben, ist in den USA eine zunehmende Polarisierung in Umwelt- und Klimafragen entlang der (partei-)politischen Präferenzen festzustellen. Wieso vollzieht sich die Abkehr von fossilen Energieträgern gerade in den USA und Kanada vergleichsweise langsam, obgleich in einigen Regionen die menschenverursachte Erderwärmung bereits heute schwerwiegende Folgen zeitigt? Wie ist es möglich, dass in den USA international führende Forschungseinrichtungen zur Erklärung und Vermeidung des Klimawandels beheimatet sind und gleichzeitig religiöse Erklärungen der Erderwärmung in der Öffentlichkeit Gehör finden? Diese und weitere Fragen diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA und Deutschland am 28. und 29. Juni am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Im Rahmen der zweitägigen Tagung „Cultural Dimensions of Climate Change and the Environment in North America" formulierte der Soziologe Roland Benedikter (Stanford University) die These, dass es sich bei „Amerika“ um eine wirkungsmächtige Idee handele, welche radikal auf der Verwirklichung individueller Freiheiten und dem Streben nach Glück fuße und damit tendenziell unvereinbar mit dem Nachhaltigkeitsprinzip sei. Angela Mertig von der Middle Tennessee State University gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die historischen Wurzeln und verschiedenen Strömungen der stark diversifizierten US-amerikanischen Umweltbewegung, und der Umwelt- und Medienwissenschaftler Maxwell Boykoff (University of Colorado-Boulder) arbeitete heraus, wie die spezifischen Interaktionen zwischen Wissenschaften, Medien und Politik zu einer verzerrten und irreführenden Berichterstattung zum Thema „Klimawandel“ führen. Zum Abschluss der Tagung präsentierte Jonas Meckling von der John F. Kennedy School of Government an der Harvard University drei mögliche Szenarien für die US-Klimapolitik in den kommenden Jahren.
Die Beiträge der Tagung erscheinen 2013 in der Reihe „Climate and Cultures“ des Brill-Verlags. Die Abstracts der Vorträge sind hier einzusehen. Die Tagung wurde von der Fritz-Thyssen-Stiftung für Wissenschaftsförderung unterstützt.



Die Tagung wurde von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

Fritz Thyssen Stiftung





Die internationale Tagung "Cultural Dimensions of Climate Change and the Environment in North America" fand am 28. und 29. Juni 2012 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) statt.
Miriam Wienhold, 14. Nov 2017 15:01