KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

24. bis 25. Mai 2016, Internationale Konferenz: “What’s So Disturbing About Climate Change?” & 2. Risk Lecture


Die starke Zunahme extremer Wetterereignisse, der bedrohliche Anstieg des Meeresspiegels, die Zerstörung natürlicher Lebensräume und der massive Artenschwund, der Rückgang der Ernteerträge bei erhöhter Nahrungsmittelunsicherheit, das Problem der Energie und Wasserversorgung in urbanen Räumen sowie Flucht und Migration als klimatisch bedingte Ereignisse – das sind nur einige der Risiken des Klimawandels, mit denen sich zukünftige Generationen dem jüngsten IPCC-Bericht zufolge konfrontiert sehen werden.

In der allgemeinen Wahrnehmung gilt das als eine äußerst beunruhigende Prognose. Versucht man die Gründe für jenes Unwohlsein genauer zu verstehen, so stößt man auf sehr unterschiedliche Erklärungen: Eine Seite beschreibt den Klimawandel als ein Gerechtigkeitsproblem, eine andere zeichnet die Schädigung zukünftiger Generationen als die moralisch relevante Dimension des Klimawandels aus. Eine dritte sieht im Klimawandel die grundlegende Problematik des menschlichen Naturverhältnisses exemplarisch zum Ausdruck gebracht. Schließlich steht gar die Behauptung im Raum, keine der etablierten Theorien könne die normativen Aspekte des Klimawandels adäquat erfassen.Vor diesem Hintergrund trug die Konferenz im Gespräch mit ausgewiesenen internationalen Forschern aus den Sozialwissenschaften und der Philosophie zur Klärung der normativen Dimensionen des Klimawandels bei.

Die Tagung wurde organisiert vom Institut für Philosophie der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Sie ist Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts Big Risks. Das Projekt erforscht den öffentlichen Umgang mit neuralgischen gesellschaftlichen Risiken im 21. Jahrhundert. Es zielt darauf ab, fächerübergreifende Fragestellungen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der praktischen Philosophie, der Politologie und der Finanzmathematik zu beantworten. Das Projekt ist Teil des interdisziplinären Profilschwerpunkts Wandel von Gegenwartsgesellschaften an der Universität Duisburg-Essen und wird gefördert durch die Funk Stiftung.



Miriam Wienhold, 14. Nov 2017 15:01