KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Prosoziales Verhalten in interdisziplinärer Perspektive

Prof. Eckart Voland, Universität Gießen
Die Frage, warum Menschen einander helfen, stand im Zentrum eines Kolloquiums im Rahmen der Universitätsallianz Metropole Ruhr am 14. und 15. Januar. Gemeinsam eingeladen hatten der Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Universität Bochum und das Forschungsprojekt „Referenzrahmen des Helfens“ am KWI. Das Projekt untersucht, unter welchen Umständen sich Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus zur Hilfe für Juden entschlossen. Da die Forschung sich bislang einseitig auf die psychologischen Aspekte der „Helferpersönlichkeit“ konzentrierte, war es das Ziel des Workshops, verstärkt die sozialen und situativen Bedingungen prosozialen Verhaltens in den Blick zu nehmen. Der interdisziplinär angelegte Workshop umfasste Beiträge aus der Spieltheorie, Evolutionsbiologie, Handlungstheorie und der Sozialstatistik. Praktiker aus Polizei und Flüchtlingshilfe schilderten überdies eindrucksvoll ihre Erfahrungen in Unfallsituationen und in der Asylberatung. Ihre Berichte bildeten Ausgangspunkt und Perspektive des Workshops.
Johanna Buderath, 20. Okt 2017 12:59