KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Big Brother is watching you

Tagung Literatur und Überwachung
Der Zustand eines ständigen Überwachens und Überwacht-Werdens ist aus unserem heutigen Zeitalter der Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Weder aus dem öffentlichen noch aus dem privaten Leben. Umso lohnenswerter war der Blick auf die zahlreichen (aktuellen) Texte und medialen Umsetzungen bei der Tagung „Literatur und Überwachung“ Anfang Juli am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), die, häufig in der Tradition Orwells, zumeist dystopische Zukunftsszenarien aufwarfen, welche jedoch bei näherem Hinschauen inzwischen allgegenwärtig sind.
Diskutiert wurden dabei aktuelle literarische Beispiele wie „Corpus Delicti“ von Juli Zeh oder „The Hunger Games“ von Suzanne Collins ebenso wie mediale Umsetzungen bei Alfred Hitchcocks „Fenster zum Hof“ oder TV-Serien wie „Person of Interest“ von Jonathan Nolan.
Im abschließenden Gespräch wurde festgestellt, dass durch die Beiträge, die literatur- und medienwissenschaftliche, philosophische und soziologische Fragestellungen zum Thema Überwachung fokussierten, äußerst vielschichtige und heterogene Perspektiven auf den Themenkomplex „Überwachung“ aufgeworfen wurden, sich aber auch Leerstellen aufgetan haben, die noch bearbeitet werden sollten. Bei aller thematischen Breite konnten dennoch viele Gemeinsamkeiten festgestellt werden – nicht zuletzt die Übertragung tradierter Modelle wie das von Bentham entworfene und von Foucault reflektierte Panopticon auf (mediale) Umsetzungen von Überwachungsthematiken.
Einen ausführlichen Tagungsbericht der OrganisatorInnen Liane Schüller (UDE), Werner Jung (UDE) sowie Kira Ehlis (UDE) finden Sie hier.
Dennis Arnold, 19. Sep 2018 10:23