KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Die Schwerpunkte der neuen KWI-Direktorin Julika Griem


Julika Griem übernimmt die Leitung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen
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Seit April 2018 ist die Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Julika Griem nun als neue Direktorin des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) im Amt und nimmt diese Herausforderung gern an: „Ich bin gespannt und neugierig auf das Ruhrgebiet, auf die dichte Hochschullandschaft in NRW und auf die Vielzahl von Möglichkeiten, die das KWI uns allen eröffnet.“

Julika Griem, geboren 1963, war zuletzt Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Nach ihrer Promotion an der Universität Freiburg habilitierte sie sich an der Universität Stuttgart. Von 2005 bis 2012 lehrte und forschte sie als Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt. Seit 2016 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Ihre interdisziplinär und vergleichend ausgerichteten Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen von Erzähl- und Gattungstheorie, Literatursoziologie und Gegenwartsliteraturforschung. Als KWI-Direktorin möchte sie die Forschungstraditionen und Erkenntnisangebote von Kulturwissenschaften mit Blick auf das gegenwärtige Wissenschaftssystem befragen und aktualisieren: „Zunächst rücken also die Kulturen der Wissenschaft selbst ins Zentrum der Aufmerksamkeit“, so Prof. Griem.

Neu: Lehr-Labor und literarisches Veranstaltungsprogramm

In vier Arbeitsfeldern – kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation und einem Lehr-Labor – sollen Zusammenhänge zwischen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen, akademischen Routinen und Sozialformen analysiert werden. Prof. Griem: „Ich habe den Anspruch, wissenschaftliche Praxis als gesellschaftliches Handeln zu untersuchen und zu verbessern. Eine besondere Chance und Herausforderung liegen darin, dies innerhalb des komplexen institutionellen Gefüges der Universitätsallianz Ruhr umzusetzen. Das KWI wird zudem ein literarisches Veranstaltungsprogramm in enger Zusammenarbeit mit Akteuren und Institutionen der Region entwickeln.“

Unter dem Stichwort Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung soll untersucht werden, welche Rolle Sprache, Symbole, Bilder und Medien für die Selbstbeschreibung und Organisation der Wissenschaft spielen. Im Feld Kultur- und Literatursoziologie fragen wir danach, wie mit überzeugend kombinierten Methoden und Theorien Daten und Erkenntnisse gewonnen werden können, mit denen philologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen verbunden werden können. Die Sektion Wissenschaftskommunikation widmet sich der Analyse aktueller Vermittlungsprobleme angesichts der Herausforderung einer populistischen Wissenschaftsskepsis. Ein Lehr-Labor soll dazu genutzt werden, neue geistes- und kulturwissenschaftliche Formate und Veranstaltungstypen zu entwickeln, die auch an anderen Hochschulen als Prototypen forschungsorientierter Lehre weiter modifiziert werden können.

Claus Leggewie übergibt das Institut nach 10 Jahren

Von 2007 bis 2017 stand das KWI unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie. Unter seiner Führung wurden die Schwerpunkte KlimaKultur, ErinnerungsKultur und InterKultur am KWI eingerichtet. Nach dem Ende seiner Amtszeit im Juli 2017 übernahm die UDE-Historikerin Ute Schneider die kommissarische KWI-Leitung.
Dennis Arnold, 19. Sep 2018 10:23